Das Faninterview vor dem 96-Gastspiel bei den Löwen

Hannover – Sonntag tritt Hannover 96 bei 1860 München an. Vor dem Spiel beantwortete Löwen-Fan Lukas die Fragen im Faninterview.

Für Bilder früherer Begegnungen musste tief im Archiv gesucht werden. Foto: Andreas Rentz/Bongarts/Getty Images.
Für Bilder früherer Begegnungen musste tief im Archiv gesucht werden. Foto: Andreas Rentz/Bongarts/Getty Images.

Servus Lukas, vielen Dank für deine Zeit. Stell dich unseren Lesern doch kurz vor, bitte.

Mein Name ist Lukas, ich bin 19 Jahre und absolviere derzeit eine kaufmännische Ausbildung bei einem großen Elektronikfachhändler. An den Zeitpunkt, als ich mich in die Löwen „verliebt“ habe, kann ich mich leider nicht mehr groß erinnern. Dennoch weiß ich, dass ich mein erstes Sechzger Trikot damals auf Wunsch zu meinem sechstem Geburtstag bekommen habe. 

Im Sommer gab es mit Thomas Eichin und Kosta Runjaic eine neue sportliche Führung. Bist du zufrieden mit ihrer bisherigen Arbeit?

Aktuell stehen wir in der Tabelle ganz gut da. Umbrüche kosten Zeit und auch ziemlich viel Nerven. Auch, weil bei uns die Situation so ist, dass sich in den letzten Jahren der Investor und der Verein nicht immer einig waren. Dennoch ziehen momentan alle an einem Strang und niemand hat abstruse Vorstellungen hinsichtlich der sportlichen Situation in den nächsten Jahren.

Der neue Löwen-Trainer stand ja auch bei Hannover 96 auf dem Zettel. Bist du froh, dass er letztlich bei euch gelandet ist?

Definitiv! Mir war es wichtig, dass ein Trainer kommt, der den Verein nicht kennt und der auch wirklich bei Null anfangen kann. Er hat in Duisburg und zuletzt auch in Kaiserslautern tolle Arbeit geleistet.

Die Löwen haben im Sommer groß eingekauft: Ivica Olic, Stefan Aigner, Karim Matmour und Sascha Mölders sind nach Giesing gewechselt. Gehört man mit diesen Transfers nicht in die Spitzengruppe?

Die Transferoffensive in diesem Sommer hat Mut gemacht und noch einmal gezeigt, dass Investor und Verein an einem Strang ziehen. Ob man mit den neuen Spielern gleich in die Spitzengruppe vorstoßen kann oder nicht, muss man abwarten. Persönlich hätte ich natürlich nichts dagegen, dennoch wäre es mir lieber, dass es dieses Jahr eine ruhige und solide Saison wird.

Wie beurteilst du Hannover 96 aus der Ferne?

In den letzten 14 Jahren spielte 96 durchweg erste Liga, und gerade an die Auftritte im Europapokal erinnere ich mich gerne zurück. Hannover hat ein fantastisches Stadion. Eine wirklich tolle Innenstadt, die ich persönlich auch schon besichtigen durfte, tragen dazu bei, dass dieser Verein definitiv wieder in die erste Liga zurück soll. Auch hatte ich in meiner aktiven Zeit als Fussballtorwart ein Vorbild dort, Robert Enke.

Marius Wolf, erst im Winter von 1860 München nach Hannover gewechselt, wurde aus dem Profikader gestrichen. Wie sehr überrascht dich das?

Zuerst einmal war ich natürlich enttäuscht, dass sich Marius in einer schweren Zeit gegen uns und für Hannover entschieden hat. Dennoch hat der Junge enorme Qualitäten und besonders seine Schnelligkeit auf den Flügeln ist beeindruckend. Die Degradierung von ihm überrascht mich trotzdem nicht. Der 96-Kader wurde nach dem Abstieg neu ausgerichtet. Er besitzt eine sehr große Qualität. Da ist es natürlich schwer, sich durchsetzen zu können.

Welche Teams steigen in die Bundesliga auf?

Vor der Saison habe ich, wie bestimmt viele, Stuttgart und Hannover zu den Aufstiegsfavoriten gezählt. Zum heutigen Zeitpunkt muss ich allerdings sagen, dass sich speziell in Stuttgart noch einiges tun muss, bevor man den Aufstieg realisieren kann. Am Ende werden sich Braunschweig und Berlin um den letzten direkten Aufstiegsplatz streiten. Hannover wird Meister.

In München findet ja derzeit das Oktoberfest statt. Hast du vielleicht auch einen anderen Ausflugstipp abseits des Trubels?

Da hab ich zwei: In Sendling liegt der Augustiner Schützengarten. Da muss jeder Auswärtsfan gewesen sein. Er ist für mich der schönste Biergarten Münchens. Es geht aber noch ruhiger: Direkt hinter dem Marienplatz liegt der ‚alte Peter’. Von hier hat man einen tollen Blick über die ganze Stadt“, empfiehlt der 19-Jährige. Damit gemeint ist St. Peter, die älteste Pfarrkirche Münchens. Nach 300 Stufen hat man auf dem 91 Meter hohen Turm, einen der schönsten Ausblicke Münchens.

Zum Schluss: Dein Tipp, bitte.

Es wird ein intensives Spiel mit vielen Toren. Ihr gewinnt 3:2.

Auf ein gutes Spiel am Sonntag.

Albornoz – Die neue (Standard-)Waffe von Hannover 96

Hannover  – Miiko Albornoz glänz derzeit als guter Standardschütze. Seine Ecken und Freistöße werden immer gefährlicher. So entwickelt Hannover 96 eine neue Stärke.

Ist auf zack: 96-Linksverteidiger Miiko ALbornoz. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images
Ist auf zack: 96-Linksverteidiger Miiko Albornoz. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

In einem Rutsch

In den ersten beiden Ligaspielen glänzte 96 mit flüssigem Kombinationsspiel und hoher Effektivität im Abschluss. „Die ersten beiden Spielen haben den Eindruck entstehen lassen: Das geht schon so in einem Rutsch“, so Trainer Daniel Stendel nach dem Spiel gegen Karlsruhe. Doch, so ging es nicht.

Veränderte Marschroute

Seit dem Pokalspiel in Offenbach, ging diese Stärke nach und nach verloren. Drauf musste Coach Stendel reagieren: „Es ist nicht ganz optimal für uns gelaufen. Wir müssen uns die Punkte jede Woche hart erarbeiten. Das ist eine Erkenntnis, die wir mitnehmen.“ Und er hat reagiert. Seine Mannschaft steht kompakter. Um weiter Torgefahr auszustrahlen, entdeckten die „Roten“ dabei ein probates Stilmittel für sich.

Neue Standardstärke 

Wenn Spielerisch nicht alles aufgeht, bleiben immer noch sich bietende Freistoßgelegenheiten und Ecken. „Wir haben sowohl bei den Schützen, als auch bei den Spielern, die Standardsituationen verwerten können, eine hohe Qualität“, erkannte Stendel, „die hatten wir bisher noch nicht so gezeigt.“ Deshalb wurden in den letzten Wochen vermehrt Standards geübt. Mit Erfolg. Tore fielen zuletzt meist nach Ecken und Freistößen.

Albornoz als Waffe

Dabei im Mittelpunkt: Miiko Albornoz. Vier der letzten fünf 96-Tore fielen nach einem Standard des chilenischen Nationalspielers. Auch in Zukunft will der Trainer auf diese Stärke setzen: „Viele Spiele – sei es in der ersten Liga, oder auch international – entscheiden sich am Ende durch Standardsituationen. Un wenn das ein zusätzlicher Faktor für uns sein kann, ist das sehr gut.“ Besonders auf dem schlechten Platz in München kann es genau darauf ankommen.

96-Coach Stendel und die Charakterschule

Hannover – Daniel Stendel ist stolz auf die positive Reaktion seiner Mannschaft im Spiel gegen Karlsruhe. Durch den 1:0-Sieg hat das Team Charakter gezeigt. Darauf wird es auch beim Spiel in München ankommen.

Spricht von Wiedergutmachung: 96-Trainer Daniel Stendel. Bildquelle: 96TV
„Es kommt auch auf die Mentalität an“: 96-Trainer Daniel Stendel. Bildquelle: 96TV

Harte englische Woche

Drei Spiele innerhalb von einer Woche. Das 3:3 in Bielefeld und auch der Sieg am Mittwoch gegen Karlsruhe haben Kraft gekostet. Jetzt wartet am Sonntag mit den Löwen ein schwerer Gegner. Auch wenn in München der Rasen nicht in bestem Zustand ist und somit ein weiteres hartes Spiel erwartet werden kann, lässt das Stendel auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel nicht als Ausrede gelten: „Ich habe es zwischen den Zeilen immer mal vernommen und das Spiel der Sechziger gesehen, aber ich denke es wird ein spielfähiger Platz da sein. Da mache ich mir keine Sorgen.“

Eine Frage der Ehre

Es wird auf andere Dinge ankommen. Stendel: „Mentalität ist der wichtige Faktor, den wir verinnerlichen müssen.“ Nach der Mini-Krise mit drei Spielen ohne Sieg, gelang gegen Karlsruhe in dieser Hinsicht ein Schritt zurück auf den richten Weg. „Wir haben am Mittwoch ein sehr gutes Zeichen gesetzt – die Mannschaft hat ein sehr gutes Zeichen gesetzt und das wird der Weg sein, den wir weiter gehen“, freute sich der Coach über den guten Charakter seiner Mannschaft.

Offensiv, ja – Totale Offensive, nein

Auch wenn sich an der offensiven Grundausrichtung seines Teams nichts ändern wird, dreht der Trainerstab an kleinen Stellschrauben. Bedingungslose Offensive, bei der Gegentore einkalkuliert werden, soll es nicht mehr geben. Auch da sah Stendel am Mittwoch positive Ansätze: „Wir wollten gegen Karlsruhe auf alle Fälle besser strukturiert stehen und kompakter agieren.“ Das ist gelungen. Man blieb ohne Gegentor. Und die Offensive lag nicht etwa brach: „Das Tor nicht mitgerechnet, hatten wir drei, vier hundertprozentige Torchancen.“ Die Balance stimmte. Mehr Treffer sollen es aber dennoch sein:  „Wenn wir die in jedem Spiel haben und sie dann auch noch nutzen, bin ich zufrieden.“

Bestens vorbereitet

Stendel selbst konnte sich ein Bild vom Zustand der Löwen machen. Am Donnerstag war er am Millerntor zu Gast: „Ich war auf Pauli, habe mir das Spiel angeschaut. Es war eine optimale Situation, weil unsere nächsten beiden Gegner gegeneinander gespielt haben. Es war ein sehr intensives Spiel.“ Der 96-Coach kann sein Team so optimal auf das Spiel am Sonntag und das Heimspiel am Wochenende darauf, gegen den FC St. Pauli, vorbereiten. Auf dem Weg zurück auf die Aufstiegsplätze soll weiter gepunktet werden.

Tschauner mit weißer Weste gegen Karlsruhe und Sieg in München vor Augen

Hannover – Philipp Tschauner hält in den ersten Saisonwochen viele Punkte fest und zeigt starke Paraden. Eins gelingt ihm dabei seit dem Auftaktspiel nicht: Zu Null zu spielen. Bis Mittwoch. Gegen Karlsruhe behält der Keeper erstmals nach Kaiserslautern wieder eine weiße Weste.

Philipp Tschauner wird zu oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Foto: Andreas Schlichter/Bongarts/Getty Images
Philipp Tschauner kassiert erstmals kein Gegentor. Foto: Andreas Schlichter/Bongarts/Getty Images

Gute Balance

Obwohl der 96-Torwart insgesamt gut in die Saison gestartet ist, konnte ihm dieses Kunststück vor dem Spiel gegen Karlsruhe nur auf dem Betzenberg gelingen. Am Mittwoch war es dann erneut so weit. „Ich muss keinen Ball problematisch halten. Das spricht auch dafür, dass wir wenig zugelassen haben“, zeigte sich der 30-Jährige mit seinen Vorderleuten zufrieden. „Wir haben eine gute Balance gefunden“, stellte er zu den Gründen für die stabilere Defensive fest.

Bislang ungeschlagen in englischer Woche

Drei Spiele in sieben Tagen. Da kann man innerhalb einer Woche viele Punkte sammeln. Das ist auch bei 96 das Ziel. „Wir wollten aus den Spielen in der englischen Woche so viel Punkte wie möglich rausholen,  das sind jetzt aktuell vier“, rechnete Tschauner vor. Damit blieb man im Bielefeld und gegen Karlsruhe ungeschlagen.

Voller Selbstbewusstsein nach München

Doch damit gibt sich in Hannover natürlich niemand zufrieden. Die Augen sind bereits auf den kommenden Gegner gerichtet: „Wir fahren jetzt nach München, um dort zu gewinnen und den nächsten Dreier einzufahren. Das ist unser Ziel.“ Mit einer konzentrierten Defensivleistung könnte man den ersten Schritt dahin machen. Doch auch offensiv soll es besser laufen. Sorgen macht sich der Keeper jedenfalls nicht: „Die Dinger werden vorne wieder reinfallen, wie zu Saisonbeginn auch.“

 

DFB-Sportgericht sperrt Salif Sane für vier Spiele

Hannover – Salif Sane und Hannover 96 erzielen vor dem DFB-Sportgericht am Donnerstag einen Teilerfolg. Die Sperre des Abwehrspielers, nach der Roten Karte gegen Dresden, reduziert sich um ein Spiel. Statt fünf, muss der Senegalese nun vier Spiele zuschauen.

Abgang mit Folgen. Salif Sane wird für seine Tätlichkeit gesperrt werden. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images
Salif Sane wird für seine Tätlichkeit Spiel gegen Dresden gesperrt. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

„Drei Teilakte“

Dem 26-Jährigen  wurden insgesamt drei strafbare Aktionen vorgeworfen. „Das Fehlverhalten des Spielers Sane umfasst insgesamt drei Teilakte“, stellte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, fest. Der 96-Verteidiger trat dem Dynamo-Angreifer Stefan Kutschke zunächst nach Ansicht des Sportgerichts bewusst auf den linken Oberschenkel und griff ihm anschließend während eines Wortgefechts ins Gesicht. Nachdem Schiedsrichter Sören Storks die Rote Karte zeigte, fasste ihn der Spieler am Arm. Diese Aktion floss als „unsportliches Verhalten gegen den Schiedsrichter“ ebenfalls mit in das Urteil ein.

Keine weitere Reduzierung vertretbar

Der Vorsitzende des Sportgerichts sah eine weitere Reduzierung der Strafe „wegen fortgesetzter Tätlichkeit gegen den Gegner“ als nicht vertretbar an. Bisher war Sane nicht durch überhartes Spiel aufgefallen. Das erkannte auch der DFB an: „Das Gericht verkennt nicht, dass Sane grundsätzlich als durchaus fairer Abwehrspieler bekannt ist“, machte Lorenz deutlich. Deswegen konnte überhaupt eine Reduzierung der ursprünglich geforderten Strafe durchgeführt werden.

96 nicht zufrieden

Bei seinem Klub hatte man durchaus auf eine geringere Sperre gehofft. „Wir sind nicht ganz zufrieden mit der Entscheidung. Der DFB ist uns in unserer Argumentation nur teilweise gefolgt“, zeigte sich Martin Bader, Geschäftsführer Sport von Hannover 96, enttäuscht. Selbst über eine Anfechtung des Urteils wird nachgedacht: „Wir behalten uns vor, erneut Einspruch einzulegen. Alles Weitere werden wir intern mit der sportlichen Leitung und Herrn Kind besprechen.“ Wie sich 96 entscheidet, soll bereits am Freitag bekannt gegeben werden.

Klaus: „Für uns gab es keine Krise“

Hannover – Felix Klaus erzielt das wichtige 1:0 gegen Karlsruhe und bringt seine Mannschaft dadurch auf die Siegerstraße. Auch in den Spielen davor überzeugt der ehemalige Freiburger. Er ist der einzige Offensivspieler, der immer in der Startelf steht.

Felix Klaus gibt bei Hannover 96 Vollgas. Foto: imago/Eibner
Aus der 96-Startelf nicht wegzudenken: Felix Klaus. Foto: imago/Eibner

Dosenöffner

Und das zurecht. In sieben Spielen, inklusive Pokal, war der 24-Jährige bereits an sechs Treffern (vier Vorlagen, zwei Tore) beteiligt. Er gibt die Konstante in der Offensive und zahlt das Vertrauen des Trainers zurück. Am Mittwoch schoss er sein erstes Saisontor in der Liga. „Das war so ein bisschen der Dosenöffner“, stellte der Flügelspieler über sein 1:0 in der siebten Minute fest.

20 Minuten super Heimspiel 

Mit der Leistung zu Beginn der Partie gegen Karlsruhe war Klaus sehr zufrieden: „Wir haben die ersten 20 Minuten ein super Heimspiel gemacht.“ Doch danach war vieles nur noch Stückwerk: „Hintenraus müssen wir unsere Konter besser ausspielen. Mit einem 2:0 ist der Deckel drauf. Das hat gefehlt.“

Keine Krise

Gegen Bochum, Dresden und Bielefeld blieb 96 sieglos. Damit rutschte der Aufstiegsfavorit auf Platz acht ab. Von Krise sei in der Mannschaft dennoch kleine Spur gewesen: „Bei uns hat das keiner so wahrgenommen. Wir wissen alle, wie gut wir sind und was für eine Qualität wir im Team haben“, zeigte sich der Torschütze überzeugt von der Klasse seiner Mannschaft, und „Ich denke man hat auch gesehen, warum wir viel Selbstvertrauen haben können.“

Vorfreude auf kommende Gegner

Am Sonntag muss Hannover bei 1860 München antreten. Anschließend ist St. Pauli zu Gast. „Geile Spiele“, freute sich Klaus auf die beiden nächsten Gegner. Auch mit seiner eigenen Situation zeigte er sich zufrieden: „Ich fühle mich gut. Ich bin gut drauf und habe in jedem Spiel meine Aktionen. Ich denke man sieht, dass ich viel Selbstvertrauen habe.“ Auch am Sonntag kann 96 gute Aktionen von Felix Klaus gebrauchen.

96-Coach Stendel: Wir sind wieder aufgestanden

Hannover – Nach dem 1:0 gegen den KSC, stellte sich Daniel Stendel den Fragen der lokalen Journalisten, darunter auch Tobias Krause. TheWalkingRed fasst das Gespräch zusammen.

Spricht von Wiedergutmachung: 96-Trainer Daniel Stendel. Bildquelle: 96TV
Daniel Stendel hat viel Positives gesehen. Bildquelle: 96TV

Herr Stendel, war es heute der Plan, defensiv kompakter zu stehen und zunächst auf Sicherheit zu gehen?

Ehrlich gesagt, war das grundsätzlich nicht der Plan. Wir wollen schon nach vorne spielen. Wenn alle aber mehr arbeiten, ist es für die Defensive einfacher. Wir gewinnen früher den Ball und haben mehr Möglichkeiten, selber ein Tor zu erzielen.

Was haben Sie mit Stefan Strandberg gemacht? Der hat ja wie ausgewechselt gespielt.

Wir haben die eine oder andere Situation vom Wochenende besprochen, um ihm deutlich zu machen, was wir erwarten. Das hat ihm gutgetan. Es freut mich, dass er das heute so souverän gespielt hat. 

Martin Harnik war heute schon im Kader. Ganz schön schnell für einen Muskelfaserriss vor einer Woche.

Das finde ich auch. Er hat gestern Mittag das Okay gegeben. Wichtig ist für mich, dass er kann. Das ist gut, gerade auch in Hinblick auf das Spiel bei 1860 München.

Wie wichtig war dieser, wenn auch knappe, Heimsieg im Hinblick auf die vorher schlechten Ergebnisse?

Ich kann nur sagen, dass die Mannschaft und ich insbesondere mit der Leistung in Bielefeld nicht zufrieden waren. Wir hatten in den letzten drei Spielen auch nicht die Punktausbeute, die wir uns selbst erhofft haben. Solche Phasen wird es aber immer geben. Wichtig ist, dass wir gezeigt haben, dass wir aufstehen und, dass wir dagegenhalten. Wir müssen die Aufgabe in jedem Spiel annehmen. Auch wenn der KSC heute kaum Torchancen kreieren konnte, was es ein hartnäckiger Gegner, der von den letzten fünf Spielen vorher nur eins verloren hatte.

Muss man sich an solche Spiele gewöhnen?

Grundsätzlich, ja. Aber: Wir wollen und müssen das am Ende klarer spielen. Doch wir müssen auch sehen, dass uns eben nicht alles zufällt. Wir werden aber versuchen, besser zu werden.

Wie gehen sie mit der Erwartungshaltung um, dass man Spiele wie gern Karlsruhe deutlich höher gewinnen müsste?

Wir haben schon gegen Dresden und in Bielefeld gemerkt, dass das nicht so einfach ist. Wir müssen uns die Punkte jede Woche hart erarbeiten. Durch die ersten beiden Spiele ist es vielleicht gefühlt so,  dass schon alles in einem Rutsch geht. Dass das nicht so ist, ist eine Erkenntnis die wir mitnehmen. Die hat uns schon heute geholfen, dass Spiel zu gewinnen.

Die Fans bleiben Ihnen treu und haben Sie und die Mannschaft enorm unterstützt. Über 30.000 an einem Mittwochabend. Wie sehr merkt man das auf dem Platz?

Wie viele Leute unter Woche um 17:30 Uhr ins Stadion strömen ist schon toll. Un die Stimmung war natürlich sensationell. Es war kein Fußballfest. Aber die Leute haben gesehen, dass die Mannschaft alles versucht um erfolgreich zu sein. Es ist schön, dass die Fans das auch honorieren.

Herr Stendel, vielen Dank für das Gespräch.

96 siegt glanzlos 1:0 gegen Karlsruhe

Hannover – Hauptsache gewonnen: das werden sich Fans von Hannover 96 nach dem wenig schmeichelhaften 1:0-Heimerfolg gegen weiterhin sieglose Karlsruher denken. Der erhoffte Befreiungsschlag ist das allerdings nicht. 

Felix erzielte in der 7. Minute das Tor des Tages. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images
Felix Klaus erzielte in der 7. Minute das Tor des Tages. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

Schnelles 1:0

Das Team von Trainer Daniel Stendel begann die Partie forsch und Willens, nach drei sieglosen Spielen in Folge für eine Wiedergutmachung zu sorgen. So fiel bereits in der siebten Minute die schnelle Führung der Hausherren. Miiko Albornoz brachte einen Freistoß an die rechte Strafraumkante, dort gewann Stefan Strandberg sein Kopfballduell, der Ball kam zu Felix Klaus, der aus gut zwölf Metern per Aufsetzer treffen konnte.

Kein zweites Tor

96 blieb in der ersten Halbzeit am Drücker und erspielte sich vielversprechende Chancen. Im Abschluss fehlte allerdings der letzte Biss und die notwendige Entschlossenheit. „Natürlich wünscht man sich, dass man das zweite Tor macht“, gab auch Stendel direkt nach dem Spiel gegenüber den wartenden Journalisten zu. „Für alle Beteiligten wäre es schöner gewesen, wenn man das zweite Tor macht. Wir sind aber im Moment nicht in der Situation, dass wir das in einem Guss runterspielen können“, setzte der Coach seine Analyse fort.

Zweite Hälfte zum Vergessen

Nach der Pause verflachte die Partie zusehends. Die Hausherren vermochten es nicht, weiter konstant Druck aufzubauen und gefährlich zu werden. So stellte auch KSC-Coach, Thomas Oral, fest, dass „der Gegner am heutigen Tag kein Übergegner war.“ Und das gegen Gäste bei denen in den Augen ihres Trainers „es heute in allen Belangen zu wenig“ war. „Dass sofort alle zufrieden sind, war in Augen nicht zu erwarten“, rechtfertigte sich Stendel für das Spiel seiner Mannschaft.

Trainer nicht unzufrieden 

Hannover hat zu Null gespielt. Das war auch für die Moral der Defensive wichtig. „Wir haben defensiv heute deutlich besser gestanden“, freute sich der 96-Trainer über die verbesserte Abwehrarbeit seines Teams. Ein Schlüssel dafür war laut Stendel, „dass wir die Zweikämpfe entschlossener geführt haben. Dadurch war es in der Defensive einfacher, weil deutlich weniger Bälle in den torgefährlichen Bereich kamen.“

Abwärtstrend gestoppt

Hannover hat mit einem glanzlosen Sieg, die Serie von drei Spielen ohne Erfolg durchbrochen. Auch wenn gegen äußerst harmlose Gäste, spielerisch vieles Stückwerk blieb, wusste der Trainer eins: „Am Ende musst du ein Tor mehr schießen, als der Gegner. Das haben wir heute getan.“ 96 konnte gegen Karlsruhe zwar nicht mehr, aber eben auch nicht weniger anbieten. Bei den Löwen wird am Sonntag eine Steigerung nötig sein, um Punkte mit nach Hannover nehmen zu können.

 

Hannover 96 empfängt den KSC – Hier der Vorbericht

Hannover – Der KSC stellt sich nach knapp acht Jahren wieder in Hannover vor. Am 29.November 2008 siegte 96 im Heimspiel mit 3:2. Zur Pause führen die „Roten“ bereits mit 3:0. Tore sind also garantiert.

KARLSRUHE, GERMANY - MAY 12: Hanno Balitsch, Jacek Krzynowek and Mikael Forssell of Hannover celebrate their team's second goal as Dino Drpic of Karlsruhe reacts during the Bundesliga match between Karlsruher SC and Hannover 96 at the Wildpark stadium on May 12, 2009 in Karlsruhe, Germany. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Die Spiele der beiden Mannschaften garantieren Tore: Über 100 Treffer wurden in 29 Partien erzielt. 96 hat mit 63 zu 42 die Nase vorn. Foto:  Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Historie in Liga Zwei

Es kommt zum elften Aufeinandertreffen der beiden Klubs in der 2. Bundesliga. Die Bilanz spricht deutlich für 96. Sechs Spiele konnte Hannover für sich entscheiden. Nur drei Siege stehen hingegen auf der Habenseite von Karlsruhe. Ein Spiel endete unentschieden. In den letzten vier Duellen blieb Hannover gar ungeschlagen. Den letzten KSC-Sieg gab es am 15. Dezember 1998. Rainer Krieg traf seinerzeit zum 1:0.  Top-Torjäger dieses Duells im Unterhaus sind Gregor Grillemeier, Sigi Reich, Jan Simak und Bastian Hellberg (alle 96) mit jeweils drei Toren.

Aktuelle Form

96 und der KSC haben am letzten Spieltag jeweils unentschieden gespielt. Hannover kam in Bielefeld nur mit Glück zu einem 3:3 und wartet bereits seit drei Spieltagen auf einen Sieg. Karlsruhe hat in dieser Saison noch gar nicht gewonnen. Mit erst zwei geschossenen Toren stellen sie zudem den zweitschlechtesten Angriff in der 2. Bundesliga.

Personal

96-Trainer Stendel muss kurzfristig auf Verteidiger Felipe verzichten. Der Brasilianer fällt mit einer Hüftzerrung aus. Außerdem fehlen: der gesperrte Salif Sane, Martin Harnik, Babacar Gueye, Uffe Bech, Noah Joel Sarenren Bazee, Charlison Benschop und Timo Hübers. KSC-Trainer Thomas Oral muss auf Ex-96er Gaetan Krebs (Kreuzbandriss) und Manuel Torres (Innenhandverletzung) verzichten. Dafür feiert Moritz Stoppelkamp eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte.

So könnten sie spielen:

Hannover 96: Tschauner – Sorg, Anton, Strandberg, Albornoz – Fossum, Schmiedebach – Klaus, Maier, Füllkrug – Sobiech

Karlsruher SC: Vollath – Valentini, Thoelke, Stoll, Sallahi – Prömel, Kom – Mavrias, Yann, Stoppelkamp – Diamantakos

Felipe bleibt vom Pech verfolgt

Hannover – Felipe steht gegen Karlsruhe nicht zum zweiten Mal im Folge im 96-Kader. Eine erneute Verletzung zwingt den Verteidiger wieder zu einer Pause.

Fällt erneut aus: Verteidiger Felipe. Foto: Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images
Fällt erneut aus: Verteidiger Felipe. Foto: Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images

Wieder die Hüfte

Knapp vier Wochen nahm der Brasilianer beschwerdefrei am Training teil und stand zuletzt gegen Bielefeld sogar im Kader. Nun stoppt ihn eine Zerrung in der Hüfte. Für das Spiel am Mittwoch gegen Karlsruhe fällt der Defensivspieler sicher aus. Ein herber Rückschlag. Erst im Sommer unterzog sich Felipe einer Operation, um sich der Probleme endgültig zu entledigen.

Ordentlich trainiert

Mehrfach betonte Trainer Daniel Stendel die Qualität des 29-Jährigen. „Er hat das im Training sehr ordentlich gemacht und gezeigt, dass er Qualität hat“, lobte der Coach seinen Spieler. Damit hat 96 eine Defensivoption weniger. Wie lange der Brasilianer ausfällt ist noch nicht bekannt.

Volle Pulle gegen Karlsruhe 

Nach zuletzt drei sieglosen Spielen will Hannover 96 im Heimspiel gegen den Karlsruher SC wieder zurück in die Erfolgsspur. Für das Spiel am Mitrechnet rechnet der Klub mit 30. 000 Zuschauern und hofft auf lautstarke Unterstützung auf den Rängen.

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