Wiedergutmachung gelingt nicht – Hannover 96 nur 3:3 in Bielefeld


Hannover – Hannover 96 nimmt sich viel vor für das Spiel in Bielefeld. Am Ende reicht es mit Ach und Krach zu einem Last-Minute-Unentschieden. Das Positive ist: 96 kommt nach 0:2-Rückstand zurück. Doch, so tritt der Bundesliga-Absteiger auf der Stelle.

Es ist zum verrückt werden. So viel vorgenommen und dann steht es nach 31 Minuten 2:0 für den Gegner: 96-Coach Daniel Stendel. Foto: Nigel Treblin/Bongarts/Getty Images

Es ist zum verrückt werden. So viel vorgenommen und dann steht es nach 31 Minuten 2:0 für den Gegner: 96-Coach Daniel Stendel. Foto: Nigel Treblin/Bongarts/Getty Images

Standberg mit Debüt – Fossum Rechtsverteidiger 

96-Trainer Daniel Stendel baute seine Startelf im Vergleich zur Niederlage gegen Dresden gleich auf mehreren Positionen um. Stefan Strandberg ersetzte den gesperrten Salif Sane in der Innenverteidigung. Oliver Sorg musste auf die Bank. Rechts in der Viererkette spielte Iver Fossum, dessen Position im zentralen Mittelfeld Marvin Bakalorz einnehmen durfte. Für den verletzten Martin Harnik rutschte Felix Klaus vom linken auf den rechten Flügel, Niclas Füllkrug dafür aus der Sturmspitze nach links und Artur Sobiech in die Startelf.

Hausherren beginnen stark

Vor allem die Defensive stand – wie schon so oft in der noch jungen Saison – zu Beginn der Partie im Mittelpunkt des Geschehens. Fossum hatte seine Probleme, sich an die neue Position zu gewöhnen. Strandberg wirkte im Abwehrzentrum nicht immer sattelfest und auch Marvin Bakalorz hatte seine Gegenspieler selten im Griff. Einen von Strandberg verursachten Foulelfmeter verwandelte Fabian Klos sicher (25.). Und nur sechs Minuten später (31.) war es wieder Klos, der Strandberg entwischte und nach Flanke von Sebastian Schuppen mit dem Kopf vollstrecken konnte.

Anschluss  mit dem Pausenpfiff 

Die sieglosen Bielefelder schienen in dieser Phase der Partie,  Hannover klar besiegen zu können. Niclas Füllkrug sprach nach dem Spiel gar von einer „katastrophalen ersten Halbzeit. Das darf nie wieder passieren!“ Hatten die vielen Umstellungen des 96-Trainers sein Team verunsichert? Mit dem Halbzeitpfiff gelang den Niedersachsen dann plötzlich der 1:2-Anschluss. Miiko Albornoz brachte eine Ecke von links in den Strafraum, wo Strandberg den Ball irgendwie mit dem Standbein erwischt und Schuppan traf, von dessen Schulter der Ball in Richtung Tor prallte. Der Rettungsversuch von Stephan Saugers kam hinter der Linie.

Ausgleich in Hälfte zwei

Zur zweiten Hälfte baute Stendel um. Füllkrug und Sobiech bildeten fortan eine Doppelspitze. Hannover löste außerdem die „10“ auf und Sebastian Maier kam von nun an über die rechte Seite, Felix Klaus über Links. Dadurch übernahm 96 das Geschehen und riss die Partie immer mehr an sich. In Folge dessen fiel folgerichtig der Ausgleich. Erneut flog eine Albornoz-Ecke von links in den Arminia-Strafraum (69.). Der Ball landete direkt auf dem Kopf des eingewechselte Kenan Karaman, der den Ball über die Linie drücken konnte.

Last-Minute-Punktgewinn

Wer jetzt dachte, die Niedersachsen seien vollends am Drücker, sah sich getäuscht. Brian Behrendt durfte elf Minuten vor Schluss (79.) einen Freistoß aus 32 Metern ausführen. Der Ball wurde angetippt,  die 96 Mauer löste sich in ihre Einzelteile auf und zu allem Überfluss ließ Philipp Tschauner den Ball auch noch durchrutschen. Arminia war also plötzlich wieder vorn. Als Bielefeld schon wie der überraschende Sieger aussah, kam Hannover in der Nachspielzeit zum glücklichen Ausgleich. Fossum war mit in den gegnerischen Strafraum gelaufen und konnte von rechts aus spitzem Winkel abziehen. Wieder war es Schuppan, der den Ball abfälschte und somit ins eigene Tor beförderte.

Stillstand ist Rückschritt

Unterm Strich muss 96 mit diesem Punkt zufrieden sein. Dennoch ist ein Unentschieden beim bisher sieglosen Sechzehnten natürlich zu wenig für den eigenen Anspruch. „Wir müssen wieder anfangen uns die Chancen zu erarbeiten“, sagte Kapitän Manuel Schmiedebach nach dem Spiel am Mikrofon von sky. Punkttechnisch tritt Hannover auf der Stelle. Das muss sich schnell ändern, will man die Spitze nicht zu sehr enteilen lassen. Am Mittwoch kommt der bisher ebenfalls sieglose KSC an den Maschsee. Hier darf man nicht erneut zum Punkteliefranten werden.

Zahlen, Daten, Fakten zum Spiel:

Arminia Bielefeld: Hesl – Schütz – Cacutalua, Salger, Schuppan – Hemlein, Prietl, Behrendt, Nöthe (40. Mak, 82. Hornig) – Vogelsammer (61. Ulm), Klos

Hannover 96: Tschauner – Fossum, Anton, Strandberg, Albornoz – Schmiedebach, Bakalorz (85. Prib) – Klaus, Maier (61. Karaman), Füllkrug – Sobiech

Tore: 1:0 Klos (26.), 2:0 Klos (31.), 2:1 Schuppan (45./ET), 2:2 Karaman (69.), 3:2 Behrendt (79.), 3:3 Schuppan (90.+1/ET)

Gelbe Karten: Klos, Hemlein, Mak, Schütz, Hornig / Strandberg

Schiedsrichter: Martin Petersen

Zuschauer: 25.138

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