Wer stopft das Kreativ-Loch bei den „Roten“?


Hannover – Was ist vor der Saison nicht alles angedacht worden. Von einem Überangebot im Mittelfeld war die Rede, von Problemen in der Defensive und der geballten Offensive innerhalb der Mannschaft von Hannover 96. Stand jetzt stellt sich die Problematik ein wenig anders dar – und das liegt vor allem an der zentralen Schnittstelle im Offensivspiel von Hannover 96.

Freut sich auf ein Wiedersehen mit den alten Kollegen: Sebastian Maier. Foto: Nigel Treblin/Bongarts/Getty Images.

Kann er dem 96-Spiel wieder mehr Struktur geben: Sebastian Maier. Foto: Nigel Treblin/Bongarts/Getty Images.

Wo bleibt das Spektakel?

Vielleicht war es vor der Saison ein wenig zu optimistisch zu glauben, dass Hannover 96 aufgrund des Namens, der vielen Erstliga-Spieler und der prominenten Neuzugänge durch die Liga fegen und gar an der Rekord-Aufstiegssaison 2001/2002 kratzen könnte. Das geht den „Roten“ nicht alleine so, auch der VfB Stuttgart, der ähnliche Erwartungen an sich hat, macht derzeit die gleichen Erfahrungen.

Bilanz passt 

Zwar stimmen die Ergebnisse weitestgehend, fünf Siege aus neun Partien sind mit Sicherheit eine Bilanz, mit der sich arbeiten lässt. Doch die ganz großen Spiele, die Fans, Stadt und Spieler in einen wahren Aufstiegs-Rausch gebracht hätten, waren bisher nicht dabei. 96 profitiert stark von den guten Standard-Situationen und der Kopfballstärke – definitiv Stilmittel, die es in Liga 2 braucht. Spielerische Leckerbissen waren bisher allerdings eher rar. Was sind die Gründe dafür? Bei der Analyse kommt man schnell auf eine der wichtigsten Positionen im System von Daniel Stendel.

Kein Futter für die Angreifer

Die offensive Spielmacher-Position hinter den Spitzen und vor der (Doppel-) Sechs ist es, die derzeit einiges an Sand im Getriebe vorzuweisen hat. Das Uhrwerk, die Schaltzentrale, sie hakt. Symptomatisch hierfür steht derzeit wohl Neuzugang Sebastian Maier. Der 23-Jährige ist mit einer Menge Schwung in die Saison gestartet. Nach dem zweiten Spieltag standen bereits zwei Tore und eine Vorlage zu Buche, genauso hatte man sich das vorgestellt. Doch dann verlor der als sensibel geltende Profi an Selbstbewusstsein und Substanz und fand sich zuletzt nur auf der Bank wieder. Dabei hat er bereits bewiesen, was er mit seiner Technik, Schnelligkeit und Übersicht für die Mannschaft bewirken kann. Etwas mehr an körperlicher Robustheit und Maier kann wieder zu einem Erfolgsfaktor werden.

Genau das erhofft man sich auf vom Norweger Iver Fossum, der diese Position zuletzt bekleidet hat. Bei ihm hat man derzeit allerdings den Eindruck, dass er körperlich nicht für die zweite Liga gemacht ist. Zu wenig hat er dagegen zu setzten, wenn er hart attackiert wird, Tempowechsel sieht man noch zu selten. Die gute Technik und Spielübersicht geht da vor allem in etwas wilderen Spielen wie bei Union Berlin schnell unter.

Bleibt noch Kenan Karaman. Der türkische Jung-Nationalspieler bringt die Dynamik und Technik für diese Position absolut mit – aber ihm fehlt für die Zentrale die Entscheidungsschnelligkeit und die Übersicht. Mit seiner Schnelligkeit ist er auf der Außenbahn deutlich effektiver und besser aufgehoben, als auf der Spielermacher-Position. Kritiker sagen, er sei hier überfordert, Befürworten sagen, er sei in der Zentrale verschenkt – die Wahrheit wird in der Mitte liegen.

Dieser Satz gilt auch für Trainer Daniel Stendel. Will man erfolgreich durch die nächste Phase der Saison gehen, dann braucht er für die Mitte schnelle und effektive Antworten. Sebastian Maier könnte schon in Nürnberg wieder Dreh- und Angelpunkt des 96-Spiels werden.

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