So wenig Spielfluss wie nur irgend möglich – Eine Analyse zur 96-Pleite in Fürth


Hannover – Herzlich Willkommen zur 96. Minute – Die Spielanalyse von und mit Tim Block.

Hannover 96 geht als Tabellenführer bei der SpVgg Greuther Fürth baden. Gegen den Schiedsrichter und die eigenen Unzulänglichkeiten ist an diesem Abend kein Kraut gewachsen. Eine Erklärung, warum das 4-4-2 wenig bis gar nicht funktioniert.

Außer Spesen nichts gewesen. Daniel Stendel hat sich in Fürth mit seiner Taktik verpokert. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.



Taktische Grundausrichtung

Never change a winning system? Wirklich? Mit System A gegen Gegner B? Ist das der ganz große Plan, wie man eine entwicklungsfähige Mannschaft mit hoher individueller Qualität fortentwickelt? Soll das der Weg nach oben sein? Das könnte durchaus schief gehen, sollte man nicht damit beginnen, die Formationen dem Gegner anzupassen. Das beste Beispiel hierfür, ist die TSG Hoffenheim. Julian Nagelsmann hat bisher in fast allen Bundesligaspielen das System spielen lassen, mit dem sich der jeweilige Gegner am besten bespielen ließ ( 5-3-2 gegen das typische 4-2-3-1 ). In Hannover jedoch wird das auf den ersten Blick überhaupt nicht gemacht. Denn sonst hätte man gegen Fürth ein Mittel gefunden, um das ungewöhnliche Pressing zu unterbinden und den Gegner mehr laufen zu lassen.

Fürth ist präsent im Zentrum

Salif Sane gehört als pressingresistenter Stabilisator in die Virerkette. Trainer Daniel Stendel wird auch nicht müde zu betonen, ihn als Verteidiger zu sehen. Und dennoch setzte ihn der Coach gegen Fürth im defensiven Mittelfeld ein. Es ist merkwürdig. Denn damit baute er auf den im Spielaufbau wohl am wenigsten zu gebrauchenden „Sechser“.  Mit Marvin Bakalorz spielte daneben ein Spieler, der ebenfalls den langen Ball in die Spitze sucht, anstatt sich spielerisch aus Drucksituationen zu befreien. Während des Spiels, war keine Doppelsechs zu erkennen. Durch die Laufwege der Fürther Patrick Sontheimer und Robert Zulj, wurde das Zentrum größtenteils zugestellt. Kenan Karaman, der sich oft fallen lassen sollte um Spielfluss zu generieren und als Offensivbindeglied zu fungieren, wurde von seinem Gegenspieler, Andreas Hofmann in eine regelrechte Manndeckung genommen. Dadurch war auch der beste 96-Scorer größtenteils aus dem Spiel genommen.

Spielerisch erneut Hausmannskost

Hatte Hannover Ballbesitz, organisierten sich die Hausherren sehr gut. Die beiden Pressingspitzen Serdar Dursun und Veton Berisha, liefen das Aufbauspiel gut an und übten Druck auf den ballführenden Spieler aus.  Verlagerten die „Roten“ das Spiel um den Umschaltmoment herbeizuführen, wurden die ballnahen Anspielstationen von den aufrückenden Außenbahnspielern angelaufen. Die Gäste konnten sich aber auch aus der Manndeckung befreien und durch Kurzpassspiel einen Nutzen daraus ziehen. Dazu brauchte es leichte Pressingfales der Kleeblätter-Doppelspitze, die Passwege offen ließen. Allgemein muss man sagen dass dieses Spiel verloren wurde, weil die Früher in der Gegner-Analyse ihre Hausaufgaben gemacht haben. Das Team von Trainer Daniel Stendel leider nicht. Man wollte das siegreiche System nicht ändern. Eigenartig in dem Zusammenhang ich die Aussage Stendels auf der Pressekonferenz, dass es unabhängig davon wie der Gegner spiele wichtig sei,dass 96 sein Spiel durchziehe.

 

Schuld nicht nur beim Schiedsrichter

Schiedsrichterentscheidungen hin oder her. Die eigene Leistung muss stimmen. Und außerdem die Art und Weise, wie man mit solchen negativen Entscheidungen des Unparteiischen umgeht. Aber wenn man sich so eindimensional im Offensivspiel präsentiert, dann funktioniert nichtmal das einfachste 4-4-2. Grundsätzlich ist an der Formation nicht furchtbar viel auszusetzen. Wenn man das so macht, wie RB Leipzig, oder Mainz 05. Aber 96 gestaltet das alles relativ gut durchschau- und vorhersehbar. Etwas mehr taktische Flexibilität wäre wünschenswert. Zum Beispiel ein System mit einer Dreier, oder Fünferkette. Auch ein 4-3-3 ist mit dem vorhandenen Spielermaterial ein echte Option. Wie auch immer sich Daniel Stendel entscheidet, wir hoffen das Beste. Auf ein Neues.

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