Personal-Chaos bei Hannover 96 – ohne Not?


Hannover – Nach dem 2:2-Remis gegen Fortuna Düsseldorf ist die Stimmungslage bei Hannover 96 weder mit Fisch, noch mit Fleisch so richtig beschrieben. Neben dem Blick auf die Tabelle, sorgt auch der Blick auf die Personalentscheidungen des Trainers für mancherlei Fragezeichen.

Daniel Stendel und seine Personalentscheidungen - nicht immer verständlich derzeit. (Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Daniel Stendel und seine Personalentscheidungen – nicht immer verständlich derzeit. (Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)


Sane oder Felipe? Wer denn nun?

17:30 Uhr in Düsseldorf. Die Aufstellungen der Teams gehen auf Twitter, Facebook und Co. viral, während die Fans bereits auf dem Weg ins Stadion sind und die Spieler beginnen, sich eben hier aufzuwärmen. Der Name Salif Sane fehlt auf dem Startbogen, dafür taucht wie Phoenix aus der Asche auf einmal der Brasilianer Felipe in der Startaufstellung auf.

Eine Entscheidung des Trainers, die wohl niemand auf der Rechnung hatte. Und siehe da, nach 61 Minuten scheint Daniel Stendel ein glückliches Händchen bewiesen zu haben. Felipe staubt einen Strandberg-Freistoß ab, Hannover 96 führt mit 2:1 und ist für wenige Minuten Tabellenführer der Zweiten Liga – endlich! Doch nur neun Minuten später fliegt Felipe mit Gelb-Rot vom Feld, vorbei ist der Spaß.

Felipe bleibt und fliegt

Es sind manchmal plakative Dinge wie diese, die einen Trainer in Erklärungsnot bringen, aber es gibt sie nun einmal. Stendel hatte anders, als im Derby gegen Braunschweig, als Felipe bereits kurz vor einem Platzverweis stand, keinen Hinweis des Schiedsrichters darauf bekommen und ließ ihn auf dem Feld, satt spätestens hier auf Sane zu setzen. Die Quittung folgte prompt und damit ein 96-Dauerthema, das Stendel angesichts von fünf Punkten Rückstand auf den ungeliebten Nachbarn aus Braunschweig alles andere als gebrauchen kann.

Warum so späte Wechsel

Auch die Wechsel des Trainers überzeugen nicht immer. Noah Joel Sarenren Bazee wirkte nicht erst bei seiner Auswechslung drei Minuten vor Schluss vollkommen platt, brachte während seiner Einsatzzeit nur wenig zustande. Nach der langen Verletzungspause wohl kein Wunder. Doch Stendel verzichtete darauf, etwa Niclas Füllkrug, vor Wochenfrist mit seinem langerwarteten Premierentor für die „Roten“ auf dem aufsteigenden Ast, frühzeitig einzuwechseln. Er musste bis in die Nachspielzeit warten und den ebenfalls leergespielten Felix Klaus ersetzen – ein Wechsel, der nur auf „auf Zeit“ gehen sollte.

Maier derzeit außen vor

Kreativ-Kopf Sebastian Maier, der vor allem in der zweiten Hälfte mit guten Ideen vielleicht auch gutgetan hätte, musste wie häufig die gesamte Zeit auf der Bank verbringen. Natürlich sind viele Entscheidungen des Trainers von außen nur schwer zu beurteilen, doch die Momente, in denen das viel zitierte Bauchgefühl zuletzt beim Coach nicht mehr so funktionierte, wie zu Beginn seiner Amtszeit, häuften sich zuletzt.

Am kommenden Freitag gegen Heidenheim fehlt neben Felipe auch Felix Klaus nach seiner fünften Gelben Karte. Stendel wird also mindestens zweimal umstellen müssen – wie, das wird er sich genau überlegen.

Gib uns ein Like und Folge uns
19

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.