Klubchef Kind schickt Patient 96 zum Check-Up


Hannover – Ab 35 Jahren geht es alle zwei Jahre zum Arzt. Beim sogenannten Check-Up sollen schwere Krankheiten ausgeschlossen, oder früh genug diagnostiziert werden. Martin Kind lässt derzeit auch Hannover 96 auf Herz und Nieren prüfen.

Martin Andermatt soll in die sportliche Leitung eingreifen. (Foto: Danny Gohlke/Bongarts/Getty Images)

Soll für den Patienten Hannover 96 die Diagnose stellen: Martin Andermatt. Foto (Archiv): Danny Gohlke/Bongarts/Getty Images


Fehlentwicklung korrigieren

Der Befund „Bundesligaabstieg“ hat seine Spuren hinterlassen. Der Klubchef möchte deswegen nun eine schwere Erkrankung mit Folgebefunden ausschließen. „Dass wir abgestiegen sind, ist das Ergebnis von Fehlentwicklungen, die müssen wir korrigieren“, wird Kind von der Zeitung Neue Presse zitiert. Eine erste Diagnose hat der 72-Jährige auch schon. Kind dazu: „Die 96-Struktur war vielleicht vor Jahren mal passend, in den letzten Jahren aber schon nicht mehr.“

Patient 96 in der Andermatt-Sprechstunde

Doch diese Schlussfolgerung soll erst der Anfang sein. „Die Erkenntnis ist eindeutig, wir haben im Fußballbereich zu wenig Kompetenz.“ Deswegen hat der Klub Abhilfe geschaffen. Der neue Aufsichtsrat Martin Andermatt wird in den kommenden Tagen und Wochen jeden Stein bei Hannover 96 umdrehen. So lautet der Auftrag vom Klubchef.

Zeitintensive Gespräche

Und der wird bereits umgesetzt. In dieser Woche besuchte Andermatt das 96-Training. „Ich will mir selber ein Bild machen und eine Übersicht bekommen“, erklärte er seine Anwesenheit gegenüber der Zeitung Neue Presse. Anschließend geht es dann an die Befundaufnahme: „Ich führe viele Gespräche mit allen, die mit dem Sport bei 96 zu tun haben.“ Von heute auf morgen wird die Diagnose nicht stehen. Der Prozess ist „sehr zeitintensiv“. Zu Beginn geht es um „Termine mit den Leuten, ich will nicht über sie, sondern mit ihnen sprechen“.

Befugnisse schriftlich fixiert

Das Vorgehen birgt natürlich Konfliktpotential. Denn für Kind stehen am Ende der Untersuchung „Veränderungen, weil sie sachlich notwendig sind.“ Compliance des Patienten ist so nicht unbedingt vorauszusetzen. Deswegen wurden alle Beteiligten schriftlich angewiesen mit dem neuen Aufsichtsrat und Gutachter zu kooperieren.

Es gibt viel zu tun

Noch vor Weihnachten sollen die ersten Werte abzuleiten sein. Dem Gutachter aus der Schweiz geht es auch um „Fach- und Sozialkompetenz“. Und bereits jetzt sei ein erster Eindruck entstanden. Laut Kind gebe es „noch viel zu tun“. Man darf durchaus gespannt sein, welche Therapie „Dr. Andermatt“ vorschlagen wird. Zwischen den Zeilen wird aber schon jetzt deutlich: Das Gesicht von Hannover 96 könnte sich im Jahr 2017 verändern.

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