Martin Harnik nach dem Derby: „Da war deutlich mehr drin“


Hannover – Einen 0:2-Rückstand aufgeholt, dem Derby-Druck standgehalten und vollen Einsatz über 90 Minuten gezeigt. Hannover 96 könnte eigentlich zufrieden sein mit dem Punkt in Braunschweig. Eigentlich, denn Torschütze Martin Harnik zeigte sich kritisch mit der Leistung der „Roten“.

Martin Harnik zeigte sich selbstkritisch nach dem Spiel. (Foto: Sielski/Bongarts/Getty Images)

Martin Harnik zeigte sich selbstkritisch nach dem Spiel. (Foto: Sielski/Bongarts/Getty Images)


„Der Punkt ist zu wenig“

Martin Harnik hat das, was man im Sport-Deutsch einen „Lauf“ nennt. Fünf Treffer hat der Österreicher in den letzten drei Spielen markiert. Nach seinen Doppelpacks gegen Düsseldorf und Würzburg legte er mit seinem Tor zum 1:2-Anschluss in Braunschweig den Grundstein für die Aufholjagd der „Roten“. Doch zufrieden ist er trotz seiner persönlichen Serie nicht wirklich: „Grundsätzlich ist der Punkt viel zu wenig. Wir hatten in der zweiten Halbzeit etliche Möglichkeiten. Da hätten wir uns den Sieg verdient. Wir haben in der zweiten Halbzeit eigentlich nur in deren Hälfte gespielt“, so Harnik nach dem Spiel in der Mixed-Zone. Martin Harnik selbst hatte in Minute 83 und 85 die Möglichkeit, den Siegtreffer zu markieren.

Insgesamt habe man vor allem nach dem Ausgleichstreffer konsequent weiter gedrückt und auf Sieg gespielt. Doch der Mut der „Roten“ wurde nicht belohnt. Dass man sich nicht für den guten Spielansatz der zweiten Halbzeit belohnt hat, lag Harniks Meinung nach aber vor allem am eigenen Team, sich selbst mit eingeschlossen: „Unsere Gegentore sind viel zu billig gefallen. Die hätten wir besser verteidigen können. Darum bin ich ein wenig enttäuscht.“

Keine Schuld beim Schiedsrichter

Die Aufholjagd von Hannover 96 sorgte dafür, dass man zwar nicht näher an den Erzrivalen aus der Löwenstadt herangekommen ist. Immerhin, das räumt auch Harnik ein, habe man aber einen Super GAU verhindert: „Ein Acht-Punkte-Rückstand auf Braunschweig wäre eine Katastrophe gewesen. Aber wir hätten den Abstand auch verringern können.“ Durch das 2:2 sind es nun weiterhin fünf Punkte Rückstand, die man auf Spitzenreiter Braunschweig hat. Aber – das muss auch attestiert werden – auf einem Aufstiegsplatz steht das Team von Trainer Daniel Stendel vor der letzten Länderspiel-Pause des Jahres auch nicht. Einen Punkt Rückstand hat das Team nun auf den dritten Rang, vier Zähler sind es auf den zweiten Platz.

Vielen Zuschauern bleibt nach dem Spiel neben dem tollen Kampf, den sich beide Teams geboten haben, aber eine weitere Szene im Gedächtnis. In der 75. Minute schlug Harnik eine Flanke in den Strafraum, der Ball wird klar von der Hand des Braunschweigers Maximilian Sauer ins Toraus gelenkt. Elfmeter? Schiedsrichter Felix Zwayer gibt Eckball, doch die Fernsehbilder sprechen für eine aktive Bewegung der Hand. Flankengeber Martin Harnik relativiert: „Ich habe reklamiert, aber ich glaube, die Hand war angelegt – und er kann sie ja nicht wegzaubern.“

Sportlich-faire Aussage Harniks, der die Fehler fast nie bei anderen sucht. Das kann auf Dauer nur Konstruktiv sein.

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