Kenan Karaman: „Sehe mich nicht als Derby-Held“


Hannover – Kenan Karaman hat beim Derby gezeigt, wie effizient er sein kann. Sein Ausgleichstor zum 2:2  hat gute Chancen, in die engere Auswahl zum „Tor der Woche“ zu kommen. Und doch ist der 22-jährige Deutsch-Türke nicht restlos zufrieden.

Kenan Karaman sieht sich trotz seines Treffers nicht als Derby-Held. (Foto: Joachim Sielski/Bongarts/Getty Images)

Kenan Karaman sieht sich trotz seines Treffers nicht als Derby-Held. (Foto: Joachim Sielski/Bongarts/Getty Images)


„Eine Megastimmung im Stadion“

Ein Tor vorbereitet, den entscheidende. 2:2-Ausgleichstreffer per Traumtor erzielt. Kenan Karaman hat sich durch seine Offensiv-Leistung beim Niedersachsen-Derby der „Roten“ gegen Braunschweig zu einer Art „Mini-Derby-Held“ gemacht. Doch er selbst sieht sich gar nicht so. Das erklärte der 1,91m große Stürmer nach dem Spiel in der Mixed Zone des Stadion: „ Es war wichtig, dass der Abstand nach oben nicht zu groß wird. Aber als Derby-Held würde ich mich jetzt nicht bezeichnen.“

Bescheidene Worte für jemanden, der mit seinem Tor dafür gesorgt hat, dass in der anstehenden Länderspielpause etwas mehr Ruhe rund um den Maschsee herrscht. Denn das Derby, das hat Karaman genau wie seine Mannschaftskollegen festgestellt, hatte auch in der Realität die Brisanz und Wichtigkeit, die ihm in der Theorie so oft zugesprochen wird: „Für die meisten war es das erste Derby für Hannover. Natürlich haben wir von früheren Spielern mitbekommen, was auf dem Spiel steht. Für Fans, Stadt und Verein war es wichtig, dass wir nicht mit einer Niederlage hier rausgehen.“

Entsprechend beeindruckt zeigte sich Karaman nach dem Spiel von der Atmosphäre: „Unglaublich. Gänsehaut. Dafür lebt ein Fußballer. Es war eine Megastimmung im Stadion, auch nach dem 0:2 bei unseren Fans. Genau das haben wir gebraucht, damit wir zurückkommen können.“

Nächstes Ziel: A-Nationalmannschaft

Jetzt in der Länderspielpause ist es (Nicht-) Derby-Held Karaman eigentlich gewohnt, seiner Arbeit als türkischer U-Nationalspieler nachzugehen. Doch nach 21-U-Nationalmannschaftsnorminierungen seit 2012 wird der 22-Jährige in dieser Pause nun nicht für fußballerisches Heimatland spielen. Der Grund ist ganz einfach – sein Alter: „Da rückt jetzt der jüngere Jahrgang nach, also gibt es erst mal keine Nominierung. Aber es ist ein Traum von mir, auch für die türkische Nationalmannschaft zu spielen. Ich hoffe, dass meine Leistung gesehen wird und ich belohnt werde.“

Karaman möchte in der Nationalmannschaft also den nächsten Schritt gehen und für die A-Nationalmannschaft der Türkei auflaufen. Ein Aufstieg in die Bundesliga mit Hannover 96 in der ersten Liga wäre dabei mit Sicherheit förderlich. Doch dazu braucht es, der Aufholjagd gegen Braunschweig zum Trotz, Siege. „Wir hätte die drei Punkte verdient gehabt. Wir haben auf Sieg gespielt, leider hat es nicht ganz geklappt“, sagt Karaman nach dem Spiel. „Am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein.“

Wenn Kenan Karaman in Sachen Effizienz seine Quote hält, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass gleich beide Ziele gelingen: Aufstieg mit den „Roten“ und Berufung in die A-Nationalmannschaft der Türkei.

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