„Der Stachel aus dem Albtraumspiel in der Hinrunde sitzt noch tief“ – Hannover 96 zu Gast beim Überraschungsteam aus der Donaustadt


Wie vor dem Hinspiel hat sich Martin für das Gästeinterview  ausfragen lassen. Ihr findet ihn auch auf Twitter Martin spricht über das Albtraumspiel in Hannover, das Geschenk Bundesliga, die Bedeutung Hasenhüttls für die Donaustadt und den 500. Jahrestags des Reinheitsgebots.

Hallo Martin, vor fünf Monaten haben wir uns vor eurem Gastspiel in Hannover auf ein paar Fragen getroffen . Das Spiel war für euch eher zum Vergessen, oder?

Wenn es ein Albtraumspiel in dieser traumhaften Saison gab, dann definitiv dieses. Schon merkwürdig, dass wir ausgerechnet beim abgeschlagen letzten der Tabelle über 90 Minuten absolut chancenlos und damit zum einzigen mal in bisher 30 Spielen waren. Das zeigt aber auch, was in dieser Liga passieren kann, wenn man eben mit der falschen Einstellung in ein Spiel geht und nicht von Anfang bis Ende 110% gibt.

Hannover ist nach dem Sieg gegen euch völlig eingebrochen. Der Abstieg steht nur noch rechnerisch nicht fest. Der FCI konnte sein Niveau halten. Was ist da los bei euch?

Das 0:4 war definitiv sowas wie eine Warnung, auch wenn wir die drei folgenden Spiele bis zur Winterpause nicht mehr gewinnen konnten. Es hat gezeigt, dass es zum Klassenerhalt noch ein langer Weg ist und daran hart gearbeitet werden muss, was in der Wintervorbereitung auch geschehen ist. Die Mannschaft wurde in der Offensive mit Lezcano punktuell verstärkt und das hat jedem klar gemacht, dass ein Stammplatz nie garantiert ist. Ich denke das hat in der Rückrunde den Ausschlag gegeben, dass wir bereits früh wichtige Punkte für das große Ziel gesammelt haben.

Ich frage dich wie damals, musst du dich manchmal kneifen?

Es würde verdammt viel bei mir schieflaufen, wenn ich ein halbes Jahr später die Bundesliga als Selbstverständlichkeit ansehen würde und mich darüber nicht mehr freuen könnte. Es bleibt dabei: Mit meiner Heimatstadt in der höchsten Spielklasse spielen zu dürfen ist ein unglaubliches Geschenk, das man einfach nur genießen kann.

Auch wenn sechs Punkte viel erscheinen. Ist ein kleiner Blick Richtung Europapokalplätze erlaubt? 

Spaßhalber ist alles erlaubt, aber ein wirkliches Thema war das nie – so realistisch ist hier Gott sei dank jeder. Ich hatte stets den Abstand auf den Relegationsplatz und auf den FCA im Kopf und der Rest war und ist Nebensache. Rückblickend könnte man höchstens träumen, wo wir wohl stehen würden, hätten wir Führungen gegen Köln, Frankfurt und Stuttgart noch über die Zeit gebracht – aber dafür ist der real gewordene Traum schon verrückt genug (lacht).

Nach Siegen gegen Schalke und Gladbach verliert ihr in Darmstadt. Was lief da schief?

Wir sind nicht die ersten, denen Darmstadt Schwierigkeiten bereitet hat und auch davor war es schon so, dass wir in Spielen gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte stets besser ausgesehen haben. Somit überraschen mich die Ergebnisse der drei Spiele rückblickend nicht wirklich – was zählt sind die insgesamt sechs Punkte daraus.

Es gibt Gerüchte um euren Trainer. Vor allem die Leipziger scheinen an ihm zu baggern. Sorgt das für Unruhe? Oder wie wird das in der „Audistadt“ gesehen?

Stadionbild und Foto: FC Ingolstadt Twitter

Ich kann leider nur für die Donaustadt sprechen (lacht). Dort ist die Trainer-Geschichte natürlich ein großes Thema, da hier zurecht jeder den Namen „Hasenhüttl“ mit dem Erfolg der letzten beiden Jahre verbindet. Fakt ist aber auch, dass nach einem wahrscheinlichen Abgang zum Sommer das Leben trotzdem weitergeht.

Hannover scheint unter Daniel Stendel befreit auf. Wie gefährlich kann 96 euch werden?

Schlimmer als das Hinspiel kann es vermutlich nicht werden, aber ganz klar: 96 kann nichts mehr verlieren und will sich mindestens ordentlich aus der Liga verabschieden, während bei uns zumindest die letzte Anspannung raus ist. Wenn die Jungs nicht von Anfang an alles investieren, kann es auch dieses mal unangenehm enden.

Ist das 0:4 aus dem Hinspiel eine Portion Extramotivation?

Sowohl bei Fans, Mannschaft und Trainer hat man im Vorfeld gemerkt, dass das der Stachel in einer sonst starken Saison ist und man das Rückspiel unbedingt gewinnen will – ob diesen Worten auch Taten folgen, werden wir sehen.

Was müssen unsere Auswärtsfahrer auf ihrer Reise zu euch unbedingt gemacht haben? Wie lautet dein ultimativer Reisetipp?

Grafik: ingolstadt-tourismus.de

Die Innenstadt der schönsten Stadt der Welt (hier kann bestenfalls von der zweitschönsten Stadt die Rede sein, Anm. d. Red.)  kann man leicht zu Fuß erschließen und ist sicher ein – zwei Stunden Zeitinvestition wert, zumal Ingolstadt am Wochenende den 500. Jahrestags des größten Stolzes der Stadt feiert: Das Reinheitsgebot von 1516 – ihr dürft also gerne auch mal anständiges Bier probieren (lacht).

Altes Rathaus Ingolstadt, Foto: ingolstadt-tourismus.de

Und zu guter Letzt: Wie geht das Spiel aus?

Wie in jedem Spiel diese Saison könnte ich mit einem Unentschieden leben, sodass ich wie im Hinspiel einen 1:1-Tipp riskiere – in der Hoffnung, dass das Resultat nicht ebenfalls wie im Hinspiel lautet.

 

Gib uns ein Like und Folge uns
19

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.