In 96 steckt mehr, als sie bisher gezeigt haben.“ – Faninterview vor dem Gastspiel der Würzburger Kickers


Hannover – Am Sonntag kommen die Würzburger Kickers erstmals in einem Pflichtspiel in das Niedersachsenstadion. Zum obligatorischen Faninterview stellt sich Alberti vom Dallenberg Supporter Club.

Choreo der Kickers-Fans gegen Dynamo Dresden. Foto mit freundlicher Genehmigung des Dallenberg Supporter Club neV

Choreo der Kickers-Fans gegen Dynamo Dresden. Foto mit freundlicher Genehmigung des Dallenberg Supporter Club neV


Hallo Alberti vielen Dank für deine Bereitschaft und deine Zeit. Dallenberg Supporters Club: einen interessanten Namen habt ihr. Welche Geschichte steckt dahinter?

Mit dem Aufstieg in die dritte Liga war uns klar, dass die komplette Fanszene neu bzw. anders strukturiert werden muss. Daraufhin fanden einige Treffen statt, um sich über die neue Struktur einig zu werden. Schnell wurde entschieden eine Art Dachverband ins Leben zu rufen, der die Interessen aller Kickersfans, ob nun Renter oder ultraorientiert, vertitt. Der Name wurde demokratisch gewählt. Es standen mehrere Alternativen zur Auswahl, doch am Ende lief es auf Dallenberg Supporters Club hinaus. Dieser Name spiegelt wieder, wo wir her kommen. Der Dalle oder Dallenberg beziehungsweise das Kickersstadion am Dallenberg ist seit fast 50 Jahren die Heimat unserer Mannschaft.

Es kommt am Sonntag zum ersten Pflichtspielduell unserer beider Teams. Stelle doch den Lesern bitte eure Kickers etwas genauer vor.

1907 gegründet waren die Kickers in den Jahren vor dem 1. und 2. Weltkrieg meist in den damals höchsten Spielklassen vertreten. Dort trafen sie auf Teams wie Bayern München, den 1. FC Nürnberg oder auch die SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg etablierten sich die Würzburger in der Bayernliga und konnten erst im Jahr 1977 wieder an die vergangenen Erfolge anknüpfen. Als Meister der Bayernliga stieg man in die zweite Liga auf, wo man aber nur ein einjähriges Gastspiel absolvierte, bevor es wieder nach unten ging. Darauf folgte ein auf und ab, welches seinen Tiefpunkt in der damals siebtklassigen Bezirksliga fand. Erst 2012 gelang es den Rothosen durch die Ligenreform die Bayernliga direkt zu überspringen und in die Regionalliga Bayern aufzusteigen. Nach drei Jahren dort gelang ihnen dann, wie bekannt sein dürfte, der Durchmarsch durch Liga drei direkt in die zweite Bundesliga, wo wir uns heute wieder finden. Der FC Würzburger Kickers ist ein Verein mit viel Tradition, der über die Jahre hinweg nur durch eingefleischte Kickersler am Leben gehalten werden konnte. Auch wenn die aktuelle Situation es kaum erahnen lässt, so ist es noch gar nicht lange her, dass die Existens des Vereins auf dem Spiel stand. Es ist einigen wenigen zu verdanken, dass wir heute dort stehen, wo wir sind.

Ihr habt den direkten Durchmarsch von der Regionalliga in die zweite Liga gemacht. Muss man sich da manchmal kneifen?

Wie bereits erwähnt ist das, vor allem aufgrund der Vergangenheit, alles schon mehr als surreal. Kickte man vor knapp zehn Jahren noch auf den Dorfplätzen des Landkreises, darf man heute in Stadien wie dem Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden oder auch der Bielefelder Alm antreten. Für diejenigen, die die Kickers schon länger unterstützen ist das manchmal kaum zu umreißen.

Und auch in diese Saison seid ihr hervorragend reingekommen. Nach zehn Spieltagen seid ihr punktgleich mit 96 auf Rang sechs. Was ist euer Geheimrezept?

Das ist als Außenstehender natürlich schwer zu beantworten, aber man hat das Gefühl, dass es innerhalb des Teams einfach passt und die Jungs immer top motiviert sind. Auch wenn in den letzten Spielen die Leistungskurve etwas abflachte, ist es trotzdem Wahnsinn, was da bisher abgelaufen ist.

Bernd Hollerbach hat euch in der Regionalliga übernommen. Ist die Kontinuität auf der Trainerbank ein Garant für den Erfolg?

Das ist mit Sicherheit einer der Faktoren. Bernd Hollerbach kommt gebürtig aus der Region und hat selbst für die Kickers gespielt. Er kennt also den Verein. Auch seine Erfahrung, die er sammeln konnten, ist bestimmt etwas, was den teils noch jungen Spielern zu Gute kommt. In der heutigen Zeit ist es ja auch nicht mehr so selbstverständlich, dass ein Trainer über längere Zeit bei einem Verein auf der Bank sitzt. In unserem Fall gibt der Erfolg dem Trainer natürlich Recht und ich denke keiner sieht hier Bedarf etwas zu ändern.

Wo geht die Reise in dieser Saison hin?

Als Aufsteiger ist das oberste Ziel sicherlich der Klassenerhalt und auch wenn die Mannschaft aktuell weit über dem Soll liegt, gilt es sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Nach zwei Aufstiegen in Folge wäre alles andere mehr als vermessen.

Mit Valdet Rama steht auch ein Ex-96er in euren Reihen. Wie geht es ihm?

Ich denke er braucht noch ein wenig Zeit sich in Würzburg einzugehwöhnen. Aber es ist sicherlich ein Spieler in dem viel Potential schlummert, welches er im Laufe der Saison noch abrufen wird.

Wie beurteilst du den Saisonstart von Hannover 96 aus der Ferne?

Ich persönlich hätte mir ein wenig mehr erwartet. Als Absteiger ist man ja quasi automatisch Favorit auf den Wiederaufstieg. Das traue ich den Niedersachsen auch definitiv zu und wie sie zuletzt im Pokal gegen Düsseldorf gezeigt haben, steckt mehr in ihnen als sie bisher gezeigt haben.

Wenn du dir einen Spieler aus unserem Kader aussuchen könntest, wen würdest du wählen und warum? 

Für mich wäre es wohl Martin Harnik. Er ist ein sehr gefährlicher Stürmer, der uns bestimmt weiterhelfen könnte.

Was erwartest du von dem Spiel am Sonntag und wie lautet dein Tipp?

Ich hoffe auf ein spannendes Spiel und bin gespannt auf die Stimmung der Fans in Hannover. Am Ende sollten natürlich drei Punkte für unsere Rothosen rausspringen. Ich tippe auf ein 1:2.

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