Fehlende Präsenz im Zentrum – Eine Analyse zum Pokal-KO


Hannover – Herzlich Willkommen zur 96. Minute – Die Spielanalyse von und mit Tim Block. Hannover 96 tritt im DFB-Pokal Achtelfinale gegen den aktuell Dritten der ersten Bundesliga an. Die Formation der Wahl lautet erneut 4-4-2, jenes wurde doch wesentlich flexibler umgesetzt wird, als mit der Doppelsechs, bestehend aus Salif Sane und Marvin Bakalorz. Sarenren-Bazee unterlässt weitesgehend Defensivunterstützung.

Durfte wieder von Beginn an ran. Noah Joel Sarenren Bazee. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images.


Interessante Drangphase der SGE 

In der Anfangsviertelstunde, demonstrierte Eintracht  Frankfurt, warum sie aktuell berechtigt um die internationalen Plätze in der ersten Bundesliga kämpfen. Eine umfassende und beeindruckend variable Spielanlage sorgte für wenig Zugriff der hannoverschen Defensive. Ante Rebic, der nominell über die Außen kommen sollte, hielt sich weitestgehend im Rückraum der beiden Stürmer Haris Seferovic und Alex Meier auf, um im richtigen Moment nachzurücken. Darauf war Hannover nicht vorbereitet. Sichtbar wurde das, als sich Ante Rebic in den Rücken der Abwehr unserer „Roten“ stahl und fast am langen Pfosten zum 1:0 für die Frankfurter getroffen hätte. Hierzu muss man sagen, dass das nur möglich war, weil Salif Sane sich aus der Ordnung ziehen ließ und Oliver Sorg nur das entstandene Loch zu stopfen vermochte. Auch hierfür erntete der Rechtsverteidiger harsche Kritik. Und wie so oft, leider unbegründet.

Schmiedebach, die stabilisierende Maschine

Schmerzlich vermisst wurde er in den vergangenen zwei Spielen. Der Kapitän ist wieder an Bord und mit den ersten Ballaktionen wurde sichtbar, wie unverzichtbar dieser Spieler für uns ist. Sportlich, sowie menschlich auf dem Platz eine tragende Säule. In Drucksituationen löste er das Problem und entzerrte unser Spiel sehr. Im Spiel selbst wirkte er ein wenig wie ein Spielmacher, der sich ins Offensivspiel miteinbeziehen lässt. Sehr erfrischend. Insbesondere wirkte er sehr stabilisierend auf unser grundhektisches Mittelfeld. Wichtige Verlagerungen im rechten Moment, taktisch wertvolle Kurzpassoptionen werden herbeigeführt. Außerdem korrigierte Manuel Schmiedebach einige Stellungsfehler von Noah Joel Sarenren Bazee.

Noah MUSS wesentlich mehr nach hinten arbeiten

Wenn man sich so durch das ein oder andere Fan-Forum liest und in den Sozialen Netzwerken die Bewertungen der Spieler durchgeht, dürfte man den Eindruck bekommen, dass Noah Joel Sarenren Bazee unser Superstar ist. Aber eigentlich ist das was er so macht, gar nicht so super. Ich würde sogar so weit gehen, dass er überhaupt nichts für unser Spiel tut. Nach hinten absicherndes Pressing, konstant gute Ballan- und -mitnahme, gutes Stellungsspiel, Spielverständnis, und kluge Zweikampfführung, wären jetzt so Attribute die einen guten Außenbahnspieler ausmachen würden. Warum also sind wir mit so wenig Leistung zufrieden und kritisieren dann wiederum Spieler wie Kenan Karaman, Miiko Albornoz und Oliver Sorg so unverhältnismäßig scharf? Aktuell gibt es nicht viel was einen Startelfeinsatz gegen Bochum rechtfertigen würde. Noah hat im Spiel leider ganz viel falsch gemacht und den armen Oliver Sorg komplett im Stich gelassen.

Kein Zugriff im zweiten Drittel  – Sebastian Maiers Qualität wird benötigt

Sichtbar war, dass Hannover 96 keine echte Kontrolle im Mittelfeld aufzeigen konnte. Ist jetzt auch nicht sehr verwunderlich, wenn man mit 4-4-2 aufläuft und das auch noch relativ simpel zu durchschauen ist. Marvin Bakalorz hatte absichernde Aufgaben und machte dies auch über weite Strecken ganz ordentlich. Jedoch fehlt unserem Spiel eigentlich immer ein weiterer Spieler, der im Zentrum beispielsweise die Ideen hat und auch den Ballverteiler geben kann. Schmiedebach kann das. Wir brauchen ihn wir allerdings viel zu sehr bei dem Aufbau unseres Spiels und bei der Verlagerung. Sebastian Maier könnte eben jener sein, der unserem Spiel gut tun würde und sicher auch getan hat. Wieso man von der grundsätzlichen Idee mit Maier, Schmiedebach und Fossum abgewichen ist, ist definitiv nicht nachvollziehbar und könnte uns im Aufstiegsrennen in die Quere kommen.

Kleiner Taktiktipp von Tim: 

Eventuell versucht man sich an einem 4-1-4-1. Die Flexibilität hierbei ist interessant und reizvoll. Die Umstellungen im Spiel sind leichter durchzuführen und in Drucksituationen können leichter Lösungen herbeigeführt werden. Die Viererkette kann weitestgehend so bestehen bleiben, bis auf die Linksverteidigerposition. Da sehe ich Albornoz doch etwas vorne. Den absichernden und alleinigen Sechser gibt in dem Szenario Bakalorz. Er kann mit seiner vertikalen Zweikampfsstärke und „giftigen“ Spielweise eine gute Mittelfeldkomponente sein. Die Mittelfeldreihe bestünde zentral aus Manuel Schmiedebach und Iver Fossum/Basti Maier. Die Außenpositionen können von Martin Harnik über rechts und Kenan Karaman über links besetzt werden. Beide Spieler bringen sich ausreichend ins Defensivgeschehen ein und wirken spielerisch positiv auf unsere Konter. Die einzige Spitze bekleidet Artur Sobiech kann durch seine unorthodoxe Spielweise und seine Ablagen auf nachrückende Spieler, eine wirklich gefahrenstreuende Personalie darstellen.

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