Faninterview vor Hannover 96 gegen Greuther Fürth


Hannover  – Zum obligatorischen Faninterview erklärt sich Jakob (29) bereit. Er betreibt den Blog „Fürther Flachpass“.  Jakob ist Student und Dauerkartenbesitzer am Ronhof.

Wiederholung erbeten. Beim letzten Heimspiel gegen den kommenden Gegner siegte Hannover 96 mit 2:0. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Wiederholung erbeten. Beim letzten Heimspiel gegen den kommenden Gegner siegte Hannover 96 mit 2:0. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images


Vor vier Jahren Fürth letztmalig zu Gast 

Beim letzten Heimspiel gegen die Kleeblätter siegte Hannover 96, am 27. November 2012, mit 2:0. Die Tore erzielten Mame Diouf (5.) und Mario Eggimann (69.). Das Duell fand in der Bundesliga statt. In der Startelf der Gäste standen mit Edgar Prib und Felix Klaus zwei jetzige 96er. Außerdem war Gerald Asamoah als ehemaliger 96er mit von der Partie.

Erstes Zweitligaheimspiel seit über 14 Jahren 

Das letzte Zweitligaheimspiel konnte Hannover 96 am 28.04.2002 mit 4:1 gegen den MSV Duisburg gewinnen. Torschützen waren Babacar N’Diaye (4., 45.), Conor Casey (10.) und Daniel Stendel (18.). Den Duisburger Ehrentreffer markierte Marius Ebers (50.). In der Aufstiegssaison 2001/02 gewann 96 beide Duelle gegen Fürth. Das Hinspiel wurde 3:1 im Niedersachsenstadion gewonnen. Das Rückspiel am 34. Spieltag entschied Hannover mit 5:1 für sich.


Vielen Dank für Deine Zeit. Stell Dich doch bitte unseren Lesern kurz vor. Seit wann bist Du Fürth-Fan und warum?

Hallo, ich bin Jakob, 29 Jahre alt und Student. Ich bin in Fürth geboren. Wenn man hier aufwächst, wird einem das quasi mit der Muttermilch verabreicht. Mein Opa hat mich früher öfter mitgenommen.

Wie alt warst Du bei Deinem ersten Spiel im Stadion?

Das muss mit sechs Jahren gewesen sein. Da haben wir noch Regionalliga gespielt. Das ist ja schon ewig her (lacht). Seit 1997, nach unserem Aufstieg in die 2. Bundesliga, war ich dann regelmäßig zu Gast. Bei uns in der Schule gab es damals oft Freikarten (lacht). Seit sechs Jahren habe ich jetzt eine Dauerkarte.

In der Saison 2012/13 habt Ihr ein Jahr Bundesliga gespielt. Nach dem Abstieg seid Ihr in der Relegation am HSV gescheitert. Danach lief es in der Liga mit Platz 14 und Platz 9 nicht mehr so gut. Wie ist die Stimmung bei Euch?

Für uns war es wichtig, mal in der Bundesliga zu spielen. Wir hatten oft genug vierte und fünfte Plätze. Wir haben aber gemerkt, dass es unterm Strich nicht reicht. Gute Spieler müssen meist schnell wieder verkauft werden – so wie zum Beispiel Edgar Prib, der jetzt bei Euch spielt. Wir sind froh, dass unsere Mannschaft bisher zusammen geblieben ist. Wir sind eingespielt.

Mit Niko Gießelmann hat ein Spieler den umgekehrten Weg eingeschlagen und ist vor drei Jahren von uns zu Euch gewechselt. Wie gefällt Dir seine Leistung? Wo siehst Du ihn stärker: nach Vorne, oder in der Defensive?

Ich stehe auf der Nordtribüne bei Heimspielen eine Halbzeit genau hinter ihm. Deswegen sehe ich ihn besonders gut (lacht). Er ist ein solider Zweitligaspieler. Für mehr langt es nicht. Er hat zu viele Phasen in seinem Spiel, die einfach nicht gut sind. Er ist kein Überflieger, aber solide. Wenn er Platz auf seiner Seite hat, dann ist er offensiv gefährlich. Defensiv hat er immer wieder einen Patzer drin.

Euer Trainer Stefan Ruthenbeck geht in seine zweite Saison. Wie beurteilst Du seine Arbeit?

Er ist so etwas wie der typische Trainer für uns: Jung, eigenes Konzept, hat in der zweiten Liga schon gearbeitet. Er passt gut zu uns. Ich mag auch, wie er Fußballspielen lässt. Er macht das gut. In der Sommerpause war er auch bei Bundesligisten im Gespräch. Ich würde mir aber wünschen, dass er noch ein wenig bei uns bleibt.

Ihr habt Euer Auftaktspiel ebenfalls gewonnen und konntet die Löwen schlagen. Warst Du zufrieden mit dem Auftritt des Kleeblatts? Wo ist noch Luft nach oben?

Es war ein gutes Spiel von der Mannschaft. Wir waren alle zufrieden. Nach 55 Gegentoren in der letzten Saison, war es sehr wichtig zu Null zu spielen.  Die Chancenverwertung war schon in den letzten Jahren verbesserungswürdig. Wir hätten auch 2:0, oder 3:0 gewinnen können. Da ist eine Steigerung nötig. 

Was wollt Ihr in dieser Saison erreichen?

Ziel ist es wieder zu den 25 besten Mannschaften im Profifußball zu gehören. Das würde Platz sieben bedeuten. Einen einstelligen Tabellenplatz können wir anpeilen. Ich wäre damit auch zufrieden und fühle mich in der zweiten Liga ganz wohl. 

Auf welchen Spieler muss 96 besonders aufpassen? Wer muss ausgeschaltet werden.

Unser stärkster Spieler ist Robert Zulj. Es ist auch überraschend, dass er nicht gewechselt ist. Nicht überraschend ist dagegen sein Siegtor gegen München. Dazu kommen noch Sebastian Freis und Veton Berisha.

"Er ist unser bester Spieler", sagt Jakob über Robert Zulj. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images.

„Er ist unser bester Spieler“, sagt Jakob über Robert Zulj. Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images.

Kommt mir so vor, als seid ihr offensiv stärker als defensiv. Stimmt das?

Ja, das stimmt. Unsere Offensive ist definitiv stärker. Zeigen auch die 55 Gegentore aus der Vorsaison.

Jetzt fahrt Ihr Sonntag nach Hannover. Was fällt Dir als erstes ein, wenn Du an 96 denkst?

Ihr habt ja Martin Bader verpflichtet. Als er noch bei unseren Nachbarn (1. FC Nürnberg, Anm. d. Red.) war, hat er oft Sprüche in unsere Richtung losgelassen. Ihm persönlich wünsche ich fußballerisch alles Schlechte (lacht). Ansonsten natürlich Martin Kind.

Hat Dich der Abstieg von Hannover überrascht?

Die letzten zwei, drei Saisons kündigte sich das ja bereits an. Aber so eine schlechte Saison hat mich schon überrascht. Ich hätte eher auf Werder Bremen getippt.

Ist der Fußball in der 2. Bundesliga anders?

Ja, auf jeden Fall. Es kommt weniger darauf an, sich auf einzelne Spieler zu konzentrieren. Es kommt darauf an, hinten kompakt zu stehen und im Mittelfeld robust sein zu können. Dann kannst Du was erreichen.

Wer gehört für Dich zu den Aufstiegskandidaten?

Auf jeden Fall Stuttgart. 96 auch. Absteiger wollen ja immer schnell hoch. Im ersten Jahr haben sie finanziell noch Vorteile im Vergleich zum Rest der Liga. Ansonsten ragt keinTeam besonders heraus. Mit Abstrichen noch der VfL Bochum.

Meist steigt nur ein Aufsteiger direkt wieder auf. Kann man schnell in der zweiten Liga festhängen und sollte lieber direkt wieder hoch?

Das glaube ich schon. Das zeigt vor allem der 1. FC Kaiserslautern. Die zweite Liga wird auch immer stärker. Sandhausen, Aue, Heidenheim und Würzburg mal ausgenommen, waren eigentlich alle Mannschaften schon in der Bundesliga und möchten irgendwie auch wieder hoch. Man kann schnell nach unten durchgereicht werden.

Wie geht das Spiel am Sonntag aus? Dein Tipp, bitte.

Ich tippe auf ein Unentschieden. Die Partie endet 1:1.

 

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