Der Gegner-Check! Wie gefährlich sind die Würzburger Kickers für Hannover 96?


Hannover – Hannover 96 ist nach dem grandiosen 6:1-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf wieder in die Erfolgsspur gekommen. Der Schwung aus dem DFB Pokal soll nun natürlich mit in die Liga genommen werden. Aber die Würzburger Kickers sind als Aufsteiger eine nicht zu unterschätzende Hürde.

Valdet Rama dürfte den meisten Fans von Hannover 96 noch bekannt sein. (Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)

Valdet Rama dürfte den meisten Fans von Hannover 96 noch bekannt sein. (Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)


Das passierte vor dieser Saison

Die Würzburger Kickers sind ein Team, das wie Phoenix aus der Asche durch die deutsche Fußballlandschaft schreitet. Vor zwei Jahren kickte das Team von Trainer Bernd Hollerbach noch als Viertligist in der Regionalliga Bayern. Dort wurde man in der Saison 2014/2015 Meister und stieg in Liga 3 auf. Anfang des Jahres 2016 wurde das Projekt „3×2 – Würzburg kann mehr“ vorgestellt. Der Plan dahinter sah den Aufstieg in die zweite Liga innerhalb von drei Jahren vor. Dieses Vorhaben ging allerdings bereits am Ende der vergangenen Drittliga-Saison auf.

Die Hollerbach-Jungs errangen den dritten Tabellenplatz und setzten sich in der Relegation

Mit 2:0 und 2:1 gegen den MSV Duisburg durch und stehen in dieser Saison somit erstmals seit der Saison 77/78 wieder in der zweithöchsten Spielklasse. Einen Rekord nahmen die Würzburger  im Zuge des Aufstiegs ebenfalls mit. Kein Team – auch nicht Leipzig oder Hoffenheim – schafften den Sprung aus dem Amateurfußball in die Zweite Liga schneller, als die Kickers. 2011/2012 war man von der Landesliga (6.Liga) aufgestiegen, seit 2016/2017 spielt man in der Zweiten Liga. Das sind satte vier Aufstiege in fünf Jahren.

So verlief die Saison bislang

Zum Anfang der Saison sah es fast so aus, als gehe das Fußball-Märchen der Männer von Ex-HSV-Verteidiger Bernd Hollerbach nahtlos weiter. Nach einer Auftakt-Niederlage und einem Punkt gegen den 1. FC Kaiserslautern zum Start der Saison, legten die Würzburger Kickers einen atemberaubenden Zwischenspurt hin. Hintereinander siegte man zunächst im DFB-Pokal gegen Eintracht Braunschweig (1:0 n.V.) und dann in der Liga gegen Heidenheim (2:1), Bochum (2:0) und Fürth (3:0). Einer äußerst knappen Niederlage gegen Union Berlin (0:1) und einem Remis bei Mit-Aufsteiger Dynamo Dresden (2:2) folgten erneut zwei Siege gegen 1860 München (2:0) und Arminia Bielefeld (1:0).

Zuletzt rückte das Team von Bernd Hollerbach ein wenig von der Erfolgswelle ab. Im Pokal schied man unter der Woche gegen 1860 München im Elfmeterschießen aus, in der Liga setzte es zuvor ein 0:2 gegen Karlsruhe – die bis dato höchste Saisonniederlage. Dennoch – und das ist mehr als beachtlich – stehen die Kickers punktgleich mit Hannover 96 in der Tabelle auf Rang 6.

Das sind die Stärken im Team

Die größte Stärke liegt wohl im unbedingten Siegeswillen gepaart mit taktischer Raffinesse, die Trainer Bernd Hollerbach an den Tag liegt. Der langjährige Co-Trainer von Felix Magath scheint seine Lehren gezogen zu haben und schafft es bisher, aus unbekannten Spieler eine intakte Einheit zu formen.

Ansonsten sucht man erst einmal vergeblich nach bekannten Gesichtern. Aus hannöverscher Sicht dürfte Valdet Rama zuerst ein „Aha-Erlebnis“ auslösen. Der Albaner kickte zwischen  2009 und 2011 für die „Roten“. Er brachte es aber nur auf 15 Kurzeinsätze und verließ die „Roten“ nach der Saison wieder. Ansonsten ist Torhüter Robert Wulnikowski ein sicherer Rückhalt im Team. Die Verteidigung um Abwehrchef Sebastian Neumann steht meist sicher, im Mittelfeld liefert Tobias Schröck Woche für Woche solide Kost ab. Nejmeddin Daghfous konnte im Sturm bereit acht Scorer-Punkte sammeln.

 Hier liegen die Schwachpunkte

Wie bei so vielen Mannschaften im Fußball-Unterhaus, so sticht die individuelle Klasse des Kaders von Hannover 96 die Mannen aus Würzburg klar aus. Vor allem das formstarke und schnell spielende Offensiv-Trio Klaus/Harnik/Sobiech könnte die zwar gute, aber fußballerisch eben begrenzte Mannschaft von Bernd Hollerbach vor Probleme setzen.

Ansonsten kassieren die Kickers gerne einmal Gegentore in der zweiten Halbzeit, also genau in jener, in der die „Roten“ bislang besonders häufig zuschlugen. Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Punkt ist die Belastung. Unter der Woche mussten die Würzburger über 120 Minuten gehen, um dann auszuscheiden. Gehen die „Roten“ also mit hohem Druck ins Spiel, könnte es wieder klappen mit einem Sieg.

So ist die Bilanz gegen Hannover 96

Am 21. Mai 1923 standen sich beide Teams zum ersten und bisher einzigen Mal gegenüber. Es gab ein 1:1. Es handelte sich aber nicht mehr ein offizielles Pflichtspiel. Das Duell am Sonntagmittag ist somit eine Premiere. Noch nie standen sich Hannover 96 und die Würzburger Kickers in einem Pflichtspiel gegenüber. Dennoch sollten die „Roten“ das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das Heimspiel gegen Mit-Aufsteiger Dynamo Dresden sollte Warnung genug sein.

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