Der Gegner-Check! Das muss man über den 1. FC Heidenheim wissen


Hannover – Es ist das nächste richtige Topspiel für Hannover 96. Wenn am Freitagabend der 1. FC Heidenheim in die HDI-Arena kommt, dann bedeutet das nicht weniger als ein Sechs-Punkte-Spiel für die „Roten“. Unterschätzen sollte man den FCH auf keinen Fall – denn dass er auf dem vierten Rang in der Tabelle steht, ist kein Zufall. Wir haben den Gegner mal genauer angeschaut.

Marc Schnatterer und Frank Schmidt - zwei Symbole für den Verein. (Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Marc Schnatterer und Frank Schmidt – zwei Symbole für den Verein. (Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)


Das passierte vor dieser Saison

Der 1. FC Heidenheim hatte nach einer soliden vergangenen Saison (Platz 11 mit 45 Punkten) den Blick eigentlich nach unten in der Tabelle gerichtet. Trainer Frank Schmidt sagte vor der Saison: „Wir tun gut daran, uns wie bisher erst einmal auf einen Existenzkampf einzustellen, mit dem Ziel, wieder so früh wie möglich die notwendigen Punkte gesichert zu haben.“ Ziel war es also, die gute Saisonleistung der abgelaufenen Spielrunde zu wiederholen. Allerdings gelang es auch, das Team in weiten Teilen zusammenzuhalten und bis auf Torhüter Jan Zimmermann (ging zu 1860 München) und Rechtsaußen Robert Leipertz (zu Schalke 04) keine Leistungsträger abzugeben.

So verlief die Saison bislang

 14 Spiele gespielt, 7 davon gewonnen und insgesamt 24 Punkte gesammelt. Ja, das ist zwar auch die Bilanz von Hannover 96, allerdings kommt der 1. FC Heidenheim auf exakt dieselbe Statistik – und das ist in Anbetracht der finanziellen Möglichkeiten des Clubs sensationell. Das Team von Trainer Frank Schmidt stellt mit nur zehn Gegentreffern die mit Abstand beste Defensive der Liga und trifft vorne in regelmäßigen Abständen. Herausgenommen sind dabei unter anderem Siege gegen Fortuna Düsseldorf (2:0), den VfB Stuttgart (2:1) oder zuletzt den FC St. Pauli (2:0). Auch gegen formstarke Teams wie Eintracht Braunschweig (1:1) oder Dynamo Dresden (1:1) verlor man immerhin nicht. Zuletzt wechselten sich Sieg und Niederlage in schöner Regelmäßigkeit ab. Geht man nach dieser Logik, wäre gegen die „Roten“ eigentlich wieder eine Niederlage an der Reihe…

Das sind die Stärken im Team

Die größte Stärke im Team lässt sich gar nicht in Namen oder Zahlen messen. Sie ist die mannschaftliche Geschlossenheit und Eingespieltheit, die das Team mitbringt. Keine Mannschaft in der Zweite Liga kennt sich untereinander so gut, zudem bietet Heidenheim ein ruhiges Umfeld, indem Trainer Frank Schmidt bereits seit 2007 arbeitet. Der gebürtige Heidenheimer verkörpert den Club, spielte zudem vier Jahre für den Verein. Identifikation – das hat er mit 96-Trainer Daniel Stendel gemeinsam – mit dem Verein lebt er vor und schweißt so die Mannschaft zusammen.

Kapitän Marc Schnatterer ist zudem ein echtes Zweitliga-Urgestein. Der 31-Jährige spielt bereits seit 2008 beim FCH und trifft derzeit, wie es ihm passt. Er bringt es bisher auf fünf Treffer und 6 Vorbereitungen.

Auf Torhüter Kevin Müller (spielte bereits sieben Mal zu Null – besser ist niemand!) ist ebenso Verlass, wie auf seinen Abwehrchef Matthias Wittek. Für offensive Gefahrenmomente kann neben Schnatterer auch Youngster Tim Kleindienst sorgen. Drei Tore gelangen ihm bereits. Auf ihn sollte die 96-Defensive aufpassen.

Hier liegen die Schwachpunkte

19 Saisontore sind zwar für den FC Heidenheim vollkommen in Ordnung, verglichen mit anderen Teams, die auf den oberen Rängen stehen, ist das allerdings eher ein schwacher Wert. Bis auf Marc Schnatterer sucht man auch vergeblich nach wirklich großen Namen im Team von Frank Schmidt. Hier liegt Hannover 96 im direkten Vergleich klar vorne. Gerade für die schnellen und technisch versierten Spieler wie Noah Joel Sarenren Bazee oder Kenan Karaman könnten sich hier Möglichkeiten im Eins-gegen-Eins ergeben.

Ansonsten ist die taktische Flexibilität, die Frank Schmidt vorlebt, Fluch und Segen zugleich. Eine Fünferkette, die bei Angriff zur Dreierkette wird, lässt sich schnell auskontern.

So ist die Bilanz gegen Hannover 96

Wie so häufig in dieser Saison, so ist auch das Aufeinandertreffen mit Heidenheim eine Premiere. In einem Pflichtspiel standen sich beide Teams noch nie gegenüber, zu unterschiedlich sind die Historien beider Vereine. Apropos Historie. Ein Blick in die ewige Tabelle der Zweiten Liga verdeutlicht den „David-gegen-Goliath-Charakter“. Hier steht Hannover 96 mit 1280 Punkten auf dem fünften Rang. Der FC Heidenheim bringt es mit seinen drei Spielzeiten auf 116 Zähler und damit Platz 92.

Dennoch: Unterschätzen sollte das Team von Trainer Daniel Stendel die Ostwürttemberger auf keinen Fall, denn in dieser Saison ist das Aufeinandertreffen ein Duell auf Augenhöhe.

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