Das wars dann wohl


Hannover 96 verliert das „Endspiel“ bei Werder Bremen ohne Gegenwehr mit 1:4. Chancen auf den Klassenerhalt sind nur noch theoretischer Natur. Der SV Werder Bremen hat einen riesigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Es war der erste Sieg nach neun sieglosen Heimspielen. Nach dem 4:1 am Mittwoch in Leverkusen springt Werder innerhalb einer Woche von Platz 17 auf Platz 14 und hat jetzt drei Punkte Vorsprung (27) auf Frankfurt und en Relegationsplatz. Die Tore für Werder erzielten Bartels (18.), Pizarro (26.), Gebre Selassie (56.) und Junozovic (67. Den Ehrentreffer für die Gäste aus Hannover erzielte Karaman (45.)

Werder mit Siegerelf

Werder-Trainer Skripnik vertraute der Elf die am Mittwoch überraschend in Leverkusen gewinnen konnte (4:1). Sein Gegenüber Rückkehrer Thomas Schaaf baute seine Mannschaft auf zwei Positionen im Vergleich zur Heimniederlage (0:4) gegen den VfL Wolfsburg um. Alexander Milosevic kehrte nach Verletzung (gegen Stuttgart) und Bank (gegen Wolfsburg) in die Innenverteidigung zurück. Andre Hoffmann – bisher in jedem Spiel in der Startelf – rutschte dafür auf die Bank. Salif Sane rückte eine Position vor und übernahm seinen Platz im defensiven Mittelfeld. Außerdem ersetzte Ceyhun Gülselam Marius Wolf im Mittelfeld. „Es ist ein megawichtiges Spiel für uns und es wäre gut wenn wir erfolgreich sein könnten“, erklärte Schaaf bei seiner vor dem Spiel am Mikrofon von Sky.

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Für Thomas Schaaf war es das zweite Spiel als Gästetrainer in Bremen. Der Trainer war zwischen 1999 und 2013 Chef auf der Werder Bank und wurde vom Publikum freundlich begrüßt.

Hoffnung durch Treffer mit Pausenpfiff

Werder Bremen kam deutlich besser in die Partie. Die Mannschaft brachte das Selbstvertrauen aus dem Sieg in Leverkusen auf den Platz. Die erste Torannäherung gelang allerdings den Gästen. Yamaguchi kam in der vierten Minute aus 19 Metern zentral zum Schuss. Wiedwald konnte den zaghaften Versuch sicher parieren. Die nächsten 40 Minuten gehörte den Hausherren. Pizarro passte am rechten Strafraumes auf Öztunali. Sein Schuss aus 15 Metern ging flach am linken Pfosten vorbei (7.). In der 15. Minute spielte Junozovic einen Freistoß links in den Strafraum. Djilbodji köpfte am Posten aufs Tor. Zieler konnte zur Ecke klären. Der erste Treffer fiel in der 18. Minute. Garcia kam mit Geschwindigkeit über die linke Seite. Nach einem Doppelpass mit Junozovic stand er frei vor Zieler im Strafraum. Seinen Torabschluss lenkte Sakai mit einer Grätsche von rechts nach links zu Finn Bartels, der nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Werder konnte in der 26. Minute nachlegen. Eine Flanke von Öztunali zentral an die Strafraumgrenze konnte Pizarro annehmen, zwei Gegenspieler überlupfen und völlig frei vom Elfmeterpunkt ins linke obere Eck vollenden.

Einen weiteren von Junozovic indirekt ausgeführten Freistoß köpfte Vestergaard am Fünfmeterraum über den herauslaufenden Zieler. Sein Ball landete in Minute 32 auf dem Tornetz. Thomas Schaaf wechselte in Minuten 36 Stürmer Szalai für den defensiven Mittelfeldspieler Yamaguchi ein. Mit dem Pausenpfiff gelang Hannover 96 der Anschluss. Eine Kiyotaka-Ecke von links flog durch den Strafraum und kam im Fünfmeterraum runter. Karaman konnte den Ball völlig frei aus drei Metern im Tor der Gastgeber unterbringen.

Zu wenig Gegenwehr: Wieder vier Gegentore

Hannover kam engagiert aus der Kabine. Das Tor kurz vor der Pause schien die Gäste zu beflügeln. Karaman scheiterte mit einem Schuss in der 54. Minute. Er hatte aus 16 Metern zentral vor dem Tor deutlich über das Tor geschossen. Nach zehn Minuten übernahm Werder wieder das Heft des Handelns in die Hand. Pizarro und Gebre Selassie konnten an der Strafraum ungehindert Doppelpass spielen. Gebre Selassie zog rechts aus elf Metern ab. Der Ball fand hoch links seinen Weg ins Tor. Kiyotake kam in der 59. Minute aus 24 Metern zum Schuss. Wiedwald konnte den Schuss mit den Fäusten klären. Die endgültige Entscheidung gelang Werder in Minute 67. Über die linke Seite wurde ein Konter vorgetragen. Der Ball wurde nach rechts an den Strafraum gespielt. Gebre Selassie legt den Ball ab für Junozovic. Im Fallen zieht der Österreicher den Ball auf das linke untere Eck. Zieler kann den Ball nicht entscheidend abwehren, der vom Innenpfosten ins Tor springt.

Grillitsch ließ noch eine hundertprozentige Chance liegen (82.). Aus acht Metern scheiterte der defensive Mittelfeldspieler zentral völlig frei vor dem Tor. Sein Schuss fliegt rechts vorbei. Hannover 96 setzte den Schlusspunk in der Partie. Ein Kiyotake-Freistoß von rechts fand den Kopf des aufgerückten Innenverteidigers Milosevic. Sein Kopfball aus sieben Metern flog über das Tor.

So gut wie abgestiegen

96 empfängt den 1. FC Köln am kommenden Spieltag. Danach reist man zur Frankfurter Eintracht und nach Berlin. Den Spielern merkte man den unbedingten Willen die Situation zu verändern nicht an. Körperlich kam zu wenig Gegenwehr. Bezeichnend das 2:0 durch Pizarro. Die 96 Abwehrspieler bildeten eine Gasse und schauten dem Torschützen bewundernd zu. Nur der Applaus hat gefehlt. Mit dieser Einstellung wird es nicht gelingen einen weiteren Jubiläumsjahr-Abstieg (120 Jahre) zu verhindern. Thomas Schaaf hat es nicht geschafft seine Mannschaft auf den Überlebenskampf einzustellen. Im Gegenteil. Den hohen Erwartungen an ihn konnte der Trainer nicht gerecht werden. Am Ende wird er die Mission „Klassenerhalt mit 96“ nicht erfüllt haben.

Daten zum Spiel:

SV Werder Bremen: Wiedwald-Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji – S. Garcia (86. U. Garcia)-Grillitsch-Öztunali (83. Lorenzen), Fritz (72. Vijlkovic), Junuzovic, Bartels-Pizarro

Hannover 96: Zieler-Sakai, Milosevic, Schulz, Sorg-Yamaguchi (36. Szalai), Sane-Karaman, Kiyotake, Gülselam, Fossum (81. Klaus)

Tore:
1:0 Bartels (18.)
2:0 Pizarro (26.)
2:1 Kramen (45.)
3:1 Gebre Selassie (56.)
4:1 Junuzovic (67.)

Schiedsrichter:
Felix Zwayer (Berlin)

Gelbe Karten:
Fritz, Junuzovic / Karaman, Gülselam

Zuschauer: 
42.100

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