Das Beste kommt zum Schluss – 96 macht es gegen Würzburg spannend


Hannover – Die Schlussphase im Heimspiel gegen Würzburg  war wahrlich nichts für schwache Nerven. Nach einer einschläfernden und von den Hausherren erschreckend schwach geführten ersten Halbzeit, bot der zweite Durchgang alles, was das Fußballherz begehrte. Und noch mehr.

Stehen hinter ihrem Verein: 96-Fans in der Nordkurve. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images.

Durchlitten ein Wechselbad der Gefühle: 96-Fans in der Nordkurve. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images.


Erste Hälfte zum Vergessen

„Für das was wir in der ersten Halbzeit auf den Platz gebracht haben, fehlen mir jetzt die Worte. In der Halbzeitpause habe ich eine Menge Worte gefunden“, erklärte 96-Coach Daniel Stendel nach der Partie. Sein Team hatte bis zum Pausenpfiff wirklich alles vermissen lassen, womit man ein Spiel gewinnen kann. Geradezu einschläfernd traten die „Roten“ auf. Der Gast aus Würzburg konnte daraus zunächst kein Kapital schlagen. Ging dann aber mit dem zweiten Torschuss durch Elia Soriano (24.) in Führung. Bereits nach 38 Minuten nahm Stendel den schwachen Sebastian Maier aus der Partie. „Es hätte aber auch jeden anderen treffen können“, stellte der Trainer süffisant fest. Mit dem 0:1 ging es auch in die Pause.

96 wie ausgewechselt

Es wurde dem Vernehmen nach laut in der Heimkabine. Trainer Daniel Stendel konnte auch wirklich mit nichts zufrieden sein. Sein Team hatte eine Worte offenbar verstanden und kam wie ausgewechselt zurück auf den Platz. Bis zur 59. Minute mussten sich die 96-Fans allerdings gedulden. Da verwandelte Martin Harnik einen an Waldemar Anton verursachten Foulelfmeter sicher zum 1:1-Ausgleich. Die „Roten“ wollten mehr. Und sie bekamen mehr. Nur acht Minuten später war die Partie komplett gedreht. Felix Klaus vollendete aus elf Metern nach einem tollen Angriff. Waldemar Anton nahm mit einem herrlichen Zuspiel Edgar Prib auf dem linken Flügel mit, der den Ball flach vor das Tor brachte. Dort verpasste zunächst Kenan Karaman und trat ein Luftloch. Nutznießer war Felix Klaus. Nach 67 Minuten stand es nun 2:1. Die Gäste aus Würzburg steckten aber nicht auf. Immer wieder fuhren sie gefährliche Angriffe in Richtung 96-Tor.

Sechs Minuten als Gift für Herzkranke

Bis zum Ablauf der 90 Minuten verpufften diese Versuche allerdings allesamt. In der Nachspielzeit überschlugen sich dann die Ereignisse. In Minute 91 boxte Samuel Sahin-Radlinger einen höhen Ball an den Elfmeterpunkt aus der Gefahrenzone. Dabei räumte er aber auch den Würzburger Patrick Weihrauch ab. Schiedsrichter Dr. Martin Thomsen zeigte zum zweiten Mal auf den Punkt und entschied umstritten auf Strafstoß. Es sollte die große Stunde des Samuel Sahin-Radlinger schlagen. Richard Weil trat an und setzte einen platzierten Schuss auf die untere linke Ecke. Der 96-Keeper blieb lange stehen, ahnte die richtige Ecke, tauchte blitzschnell ab und konnte den Schuss abwehren. Den Nachschuss von Valdet Rama klärten dann Stefan Strandberg und Sahin-Radlinger gemeinsam. Ein Mensch namens „Weil“ kann eben einfach nichts gegen 96 unternehmen. Doch damit nicht genug. In der 95. Minute kam Gäste-Keeper Robert Wulnikowski bei einem Eckball seines Teams in den Strafraum der Hausherren. 96 klärte die Situation, fuhr einen eigenen Konter, den Martin Harnik mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 Endstand abschloss (96.).

Hannover fährt so als Dritter und mit dem Selbstvertrauen aus den Siegen am Mittwoch im Pokal (6:1 gegen Fortuna Düsseldorf) und am Sonntag in der Liga zum Derby beim Tabellenführer.

Zahlen – Daten – Fakten:

Hannover 96: Sahin-Radlinger – Anton, Strandberg, Felipe, Prib – Sane, Bakalorz (84. Fossum) – Maier (38. Karaman), Harnik, Klaus – Sobiech (89. Sarenren Bazee)

FC Würzburger Kickers: Wulnikowski – Pisot, Schoppenhauer (46. Weil), Neumann, Kurzweg – Lagos, Junior Diaz (75. Rama) – Weihrauch, Benatelli, Daghfous (70. Königs) – Soriano

Tore: 0:1 Soriano (24.), 1:1 Harnik (59./FE), 2:1 Klaus (69.), 3:1 Harnik (90.+6)

Gelbe Karten: Felipe, Sane, Sahin-Radlinger / Junior Diaz, Neumann

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer: 31.200

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