Berlin bietet viele Möglichkeiten – Reisetipps eines Hertha-Fans. Und Fußball ist auch noch


Foto: Peter Holz privat

Foto: Peter Holz privat

Vor dem Gastspiel in der Hauptstadt bei der „Alten Dame“ stellte sich Peter, besser bekannt als Herthaner4Ever, zum obligatorischen Gegnerinterview. Er erklärt uns, warum die Hertha  klarer Favorit und reif für die Champions League ist.

Moin Peter, wer bist du? Wie bist du zur Hertha gekommen? Und warum bist du geblieben?

Ja schönen guten Tag auch und danke für deine Anfrage zu diesem Interview. Ich bin 56 Jahre und gehe seit 1991 regelmäßig zu den Spielen von Hertha. Diese Möglichkeit wurde mir als „Ostberliner“ ja erst mit der Grenzöffnung ermöglicht. Einmal drin (Olympiastadion) immer hin. Die Möglichkeit endlich Bundesligafussball sehen zu können, egal (erstmal) ob nun Erste oder zweite Liga hat mich fasziniert. Die nun mittlerweile über 25 Jahre Fussball mit der „Alten Dame“ möchte ich nicht missen. Getreu dem Motto: Das Leben ist hart, wir sind Hertha! Geht doch anderen Fans mit ihren Vereinen auch so. Euch 96-Fans doch sicher auch, obwohl ihr im Momment leider das durchmachen müsst was man eigentlich während einer Saison permanent vermeiden möchte – Abstiegskampf.

Puh, das war heftig in Gladbach. Woran hat es gelegen?

Das ist eine Frage, für den ich jeden Reporter – wird sie im Fernsehen gestellt – am liebsten den Hals umdrehen würde. (Lacht) Ich hatte von keinen Punkt, geschweige den Punkte in Gladbach erwartet. Mein Tipp war schon eine knappe (2:1) Niederlage. Der Fehler von Jarstein, ok kann passieren. Normal wären wir mit einem zu diesem Zeitpunkt gerechten 0:0 in die Pause gegangen. Dann aber nach 60 Minuten war quasi „Schicht im Schacht“ für unser Team. Das 2:0 ist wohl allen dermaßen in die Bewegungselemnte gefahren, dass sie kein Bein mehr auf den Rasen bekommen haben. Quasi gelähmt haben sie den Gladbachern alle Fußballfreieheiten gegeben um sich dermaßen austoben zu können. Das unser Team so ausseinander fallen würde hätte ich nicht erwartet.

Ansonsten spielt ihr eine beeindruckende Saison. Hast du das erwartet?

Ja, da hast du recht. Alles in Allem können wir natürlich sehr zfrieden sein mit der gegenwärtigen Situation. Ich hatte vor der Saison mit einem einstelligen Mittelfeldplatz geliebäugelt. Auch bei einem so positiven Lauf ist keine Mannschaft vor Rückschlägen gefeit. Aber man muss nach Niederlagen auch wieder zu sich finden und aufstehen. Wir verschliessen auch nicht die Augen vor der Tatsache, dass unser dritter Tabellenplatz (unabhängig der Leistung von Hertha) auch daraus resultiert, dass favorisierte Teams wie Schalke, Gladbach, Wolfsburg und auch Leverkusen eine für ihre Verhältnisse schwache Saison spielen. Daraus resultiert natürlich auch die erschreckende Kluft zwischen Platz Zwei und Drei in der Tabelle, die mittlerweile nun schon neunzehn Punkte beträgt.

Letzte Saison nur Dank des besseren Torverhältnisses keine Relegation. Diese Saison auf den Weg in den Europapokal. Wie habt ihr das gemacht?

Zu den Hauptgründen der Entwicklung zählen zweifelsohne die Neuzugänge, die keine Anlaufzeit brauchten, um die Mannschaft zu verstärken – ein Verdienst von Manager Michael Preetz, dem oft Kritisierten. Die Neueinkäufe haben gepasst. Ibisevic vorne, Weiser hinten und Darida, der im Mittelfeld sehr torgefährlich ist. Hertha spielt mittlerweile viel dominanter. Sie haben viel mehr Ballbesitz. Das Spiel ist komplett anders aufgestellt. Sie kontern nicht mehr nur wie in den letzten Jahren. Macher der Entwicklungen, des Aufschwungs und dessen Anhalten über die gesamte. Der Grund für die Hinrunde ist Pal Dárdai. Wie seine damalige Spielweise ist sein Training als auch im Spiel geprägt von ehrlicher, harter Arbeit und Fleiß. Die Folgen davon sind ein enormes Selbstbewusstsein und der daraus resultierende Lauf – und das derzeit absolut ruhige Umfeld im Verein ohne Geld- oder sonstige Sorgen bremst diesen eben auch nicht. Darüber hinaus sind alle Spieler in einer körperlich hervorragenden Verfassung. Sie können auch am Ende einer Partie noch zulegen. Und sie wissen das, spielen entsprechend (zwar nicht immer, siehe Gladbach) abgeklärt.

Ist die Champions League drin?

Betrachte ich das Restprogramm und patzen die hinter uns agierenden Teams weiter so, sage ich ganz klar ja! Die Champions League ist zwar nicht erklärtes Saisonziel, aber was soll man machen? Wir nehmens halt wie es kommt.

Welche(r) Spieler ist/sind verantwortlich für den Erfolg?

Habe ich ja weiter oben schon angesprochen. Ibisevic, Weiser, Darida, Stark – die Neuzugänge haben die in sie gesteckten Erwartungen allesamt erfüllt. Hinzu kommen die Leistungssteigerungen von Plattenhardt, Brooks, Langkamp und natürlich nicht zu vergessen Kalou. Man muss das Gesamtpaket betrachten. Die erzielten Erfolge haben die Mannschaft zusammengeschweißt. Sie haben die Philosphie von Dárdai verinnerlicht und es verstanden diese auch in der Praxis umzusetzen. Ist natürlich auch alles von der Tagesform am Spieltag abhängig.

Wie beurteilst du Hannover 96 aus der Ferne?

Naja, so fern seid ihr mir gar nicht. Meine Schwester wohnt in Hannover. Wenn Hertha in Hannover gespielt hat war ich immer dabei und meine Schwester dann in Berlin. Hannover stand immer für technisch guten Fussball. Der Lohn dessen war ja dann auch die Teilnahme an der Euroleague. Aber leider ist der Ausflug dem Verein, wie auch schon seiner Zeit Freiburg und in dieser Saison auch Augsburg, nicht gut bekommen. Der Leistungseinbruch in der Bundesliga hat nun fatale Folgen. Das macht mir auch Angst um Hertha, sollten wir einen entsprechenden Startplatz am Ende der Saison einnehmen.

Gegen den abgeschlagenen Letzten ein Heimspiel, Wut im Bauch: Das sind sichere drei Punkte für euch, oder macht der Trainerwechsel alles anders?

Diese Frage ist eigentlich ein gefundenes Fressen für das „Phrasenschwein“.  (Lacht) Wir sind sicher klarer Favorit. Aber diese Konstellation birgt viele Gefahren in sich. Hertha will sich vor eigenem Publikum für die „Schmach vom Bökelberg“ rehabilitieren. Das kann dann vor „Übereifer“ auch schon mal in die berühmte Hose gehen. Ich hoffe mal nicht, dass wir wieder ein „geiles Training“ (Dárdai vor Gladbach) haben, um dann am Spieltag eine geile Niederlage zu kassieren. Nein, ein Trainerwechsel macht sicherlich nicht alles anders. Sicher kann er einen momentanen Motivationsschub in der Mannschaft bewirken. Gab es nach der Verpflichtung von Schaaf bei Hannover aber auch nicht. Die Mannschaft hat unter ihm keine Fortschritte gemacht und ist abgeschlagen Tabellenletzter. Schaafs Bilanz ist verheerend: In elf Spielen unter seiner Leitung gab es zehn Niederlagen. Dann, nach der Niederlage gegen Hamburg auch noch seine Offenbarung, dass er selbst nicht mehr an die Mannschaft und den Klassenerhalt glaubt. Das geht nicht.

Ist Thomas Schaaf als Trainer überholt?

Vergegenwärtigen wir uns für einen Moment mal die Zeitspanne. Thomas Schaaf war 98 Tage Trainer bei Hannover 96, ehe er beurlaubt wurde. Früher wären 98 Tage ein Wimpernschlag in der Trainergeschichte des Thomas S. gewesen. Mittlerweile markieren sie Anfang und Ende seines Wirkens. Schaaf war 14 Jahre und fünf Tage bei Werder Bremen der Chef. Nach einer Saison war für ihn dann bei Eintracht Frankfurt Schluss. Und nun nach ein paar Wochen in Hannover. Die Halbwertszeit seines Verschleißes ist dramatisch – insbesondere für ihn selbst. Schaaf ist von einem Traineridol zu einem gewöhnlichen Übungsleiter geschrumpft. Von einem der erfolgreichsten Männer seiner Zunft zu einem, dessen Zeit zusehends abzulaufen scheint. Glücklos, ohne Gespür, gefallen. Zehn Niederlagen in elf Spielen, kein Rückhalt mehr in der Mannschaft, am Ende nur noch höflich, aber bestimmt zum Verlassen des Hofes gebeten. Ich glaube schon, das er als Trainer mittlerweile schwer vermittelbar ist.

Auf wen muss die Hertha aufpassen?

Schau dir das Hinspiel von Hertha in Hannover an. Daran hat sich nichts geändert!

Was müssen unsere Auswärtsfahrer neben dem Besuch im Olympiastadion unbedingt machen? Was darf sich ein Gästefan nicht entgehen lassen?

Oh Gott, sich hier festlegen zu wollen würde der „Weltstadt“ Berlin nicht gerecht werden. Dazu bietet Berlin zu viele Möglichkeiten und sind die Interessen der Menschen wohl auch zu unterschiedlich. Da selbst ein langes Wochenende zu kurz ist um Berlin zu erkunden, bleibt eigentlich immer nur: Brandenburger Tor, Reichstag (nur nach Voranmeldung), Dom, Alex, Unter den Linden, Sonycenter, Fernsehturm, Funkturm.

Und zum Schluss: Dein Tipp bitte.

Es müsste schon mit dem Teufel zu gehen sollte Daniel Stendel in dieser kurzen Zeit einen Sinneswandel in eurer Mannschaft bewirkt haben. Dann hat das Team 10 Spiele lang gegen Schaaf gespielt. Von daher glaube ich nicht an einen Aufschwung bei Hannover. Ich vetraue auf unsere Heimstärke und den Willen unserer Jungs das Gladbachspiel vergessen zu machen. Deshalb ein 3:0 Heimsieg!

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