Alles Raute oder was?


Ein kurzer Taktikrückblick auf Hannover 96

 

Sie wurde erwartet und sie kam: die Raute. Thomas Schaaf ordnete bereits in seinem ersten Pflichtspiel das Mittelfeld in dem in die Jahre gekommen System an. Hoffmann gab den alleinigen Sechser vor der Abwehr, auf Links startete Edgar Prib und auf Rechts Salif Sanè.

 

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In der Offensivbewegung rückten Sanè und Prib noch weiter in die Halbpositionen ein, Schmiedebach ließ sich etwas zurückfallen und wenn die Außenverteidiger nicht vorrückten, waren die Flügel nicht besetzt. Sakai wagte ein paar Vorstöße und konnte mit einer Hereingabe so das 1:0 einleiten. Sorg schaltete sich selten in das Offensivspiel seiner Mannschaft ein. Hannover erreichte ein deutliches Übergewicht im Zentrum, auf das sich die Defensive der Gäste erst mit einigem Verzug, durch einrücken der Außenverteidiger einstellen konnte. Bis dahin erspielten sich die Hausherren einige vielversprechende Chängen und konnten immer wieder Druck aufbauen.

Szalai und Almeida harmonierten gut. Szalai versuchte sich in das Kombinationsspiel seiner Mannschaft einzubinden. Er wich öfter als Almeida auf der anderen Seite auf den Flügel aus, um so die Lücke zu schließen. Almeida gelang das nur einmal erwähnenswert. Da flankte er von links aber so punktgenau in den Strafraum auf den Kopf von Szalai, dass es beinahe ein zweites Tor gegeben hätte.

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Offensiv schickte sich das Spiel von Hannover 96 also gut an. Erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass Schmiedebach nicht gewohnt ist, als Zehner zu agieren und zumindest Sanè auf einer völlig ungewohnten Position spielte.

Probleme bereite das System in der Rückwärtsbewegung. Mit Mitte der ersten 45 Minuten, hatten sich die Gäste auf das System der Hausherren eingestellt und kamen durch schnelles Umschaltspiel über die Flügel zu ersten nennenswerten Chancen. So fiel auch der Ausgleich über die Außen. Sorg zeigte mangelhaftes Zweikampfverhalten gegen Heller, der konnte unbedrängt flanken und im Strafraum offenbarten sich die bekannten Schwächen in der Strafraumverteidigung der 96er. Rosenthal gewinnt das Kopfballduell gegen Sakai und Marcelo lässt Wagner ziehen: so steht es 1:1. In der zweiten Halbzeit machte Darmstadt einfach da weiter. Balleroberung, Pass auf den offenen Flügel, Flanke ins Zentrum, kaum Gegenwehr des Gegeners und somit höchste Gefahr. So auch in Minute 48, als Rausch von links flankte, wieder Rosenthal ein Kopfballduell gewinnen konnte und Wagner ohne Gegenspieler treffen durfte.

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Darmstadt besetzte durch 96 offen gelassene Räume, eroberte den Ball und konterte. So reichten Darmstadt einfachste Mittel, in Kombination mit bestens bekannten individuellen Fehlern, um das Spiel zu drehen.

Bremer werden sagen: „Das ist eben der Schaaf Fußball. Ohne Gegentor geht es nicht.“ Das mag stimmen. Schaaf muss allerdings die Fehlerkette durchbrechen, sonst herrscht ein zu großes Ungleichgewicht. Insbesondere gegen besser besetzte Gegner dürfte das noch interessant werden.

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