Hamburg, Hannover, Bielefeld, statt Peine, Pattensen, Paris – Hannoverliebt die runnertobi-Kolumne


Hannover – Hannoverliebt, das ist die neue Kolumne hier bei TheWalkingRed. Ihr kennt runnertobi von Mein Sport Radio? Hier lernt ihr ihn ganz neu kennen. Genießt nun auch sein geschriebenes Wort. Natürlich weltexklusiv.

Im Pokal soll sein Team den Schalter wieder umlegen: 96-Trainer Daniel Stendel. Foto: hanover96.de

Das Leben im Konjunktiv

Rückrundenauftakt, ein nicht wirklich überzeugender 1:0 Sieg gegen Kaiserslautern und dazu die Tabellenführung. Es hätte alles so schön sein können. Hätte. Wenn da nicht immer dieses kleine Gefühl der Unzufriedenheit gewesen wäre. Ja, man kann nicht wirklich meckern, wenn man auf dem Platz an der Sonne steht, das ganze Stadion „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ singt und man halt auch die ekligen Spiele gewinnt. Aber von diesen ekeligen Spielen gab es diese Saison zu viele um sich rundum wohlzufühlen. Bereits im Hinspiel auf dem Betzenberg war es nur einem überragenden Tschauner zu verdanken, dass man nicht schnell in Rückstand gerät. Die Auftritte gegen Bielefeld, Karlsruhe, 1860, Union, Nürnberg und auch zu Hause gegen Aue waren Beispiele dafür, dass der Tabellenplatz vielleicht doch nicht immer alles über die wirkliche Leistung aussagt.

 

Darf’s ein wenig Spitze sein?

„Die Tabelle lügt nicht“ – sagt zumindest der Fußball-Volksmund. Ich glaube aber, dass in dieser Zweitligasaison die Tabelle nicht die ganze Wahrheit erzählt. Hannover 96 spielte bislang nicht wie eine Mannschaft von ganz oben. Das Spiel ist geprägt von unzähligen Fehlern – insbesondere in der Defensive. Es spielt dabei aktuell auch keine Rolle, ob die Innenverteidigung aus Strandberg und Sane besteht oder wer die beiden Außenverteidiger sind. Das defensive Mittelfeld hat sehr wenig Zugriff auf das Spiel und gleichzeitig krankt der Aufbau nach vorne. Wenn Martin Harnik in den beiden Spielen der Rückrunde (82 und 73 Minuten gespielt) keinen einzigen Torschuss abgibt, ist das eine Sache. Wenn aber Innenverteidiger Strandberg und Außenverteidiger Prib mit jeweils vier Torschüssen diese Statistik anführen, sagt das viel über die Kreativität des Offensivspiels der Roten aus.

Müßiggang, oder harte Arbeit?

Es bleibt die Frage: Was hat man im Trainingslager in Jerez eigentlich trainiert?Hannover 96 hat keine nennenswerten Zugänge in der Winterpause geholt. Der Trainer hatte in der Vorbereitung – abgesehen von ein paar kleineren Verletzungen – den gesamten Kader zusammen und ihm war bekannt welches Spielermaterial ihm in der Rückrunde zur Verfügung steht. Für Sicherheit hat das bei der Mannschaft offensichtlich nicht gesorgt. Die ersten 180 Minuten der Rückrunde waren jenseits von dem, was man von einem Aufstiegskandidaten erwartet.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Nun kommt am Mittwoch mit Eintracht Frankfurt die Überraschung der 1. Liga ins Niedersachsenstadion. Nur 15 Gegentore in 19 Spielen haben die Hessen kassiert; klingt nicht gerade nach einer guten Möglichkeit für Hannover 96 sich den Frust von der Seele zu schießen. Aber man sollte die Wichtigkeit dieses Pokalspiels nicht unterschätzen. Es bietet sich fünf Tage nach der Klatsche in Fürth die Möglichkeit viel wiedergutzumachen. Ein Einzug ins Viertelfinale – es wäre der erste seit 10 Jahren – lässt die Niederlage nicht vergessen, aber er kann Ruhe in Mannschaft und Umfeld bringen. Die Extraportion Selbstvertrauen, die ein Sieg gegen den Tabellendritten der Bundesliga bringt, schadet sicher auch nicht.

Hamburg – Hannover – Bielefeld

Auch wenn diese Saison der Aufstieg „alternativlos“ ist, sollte keiner vergessen, dass der DFB Pokal eine sehr gute Möglichkeit ist viel Geld einzunehmen, große Zufriedenheit zu erzeugen und der Mannschaft Stabilität zu verschaffen. Und gegen ein Doppel-Heimspiel gegen Arminia Bielefeld Ende Februar/Anfang März hat sich auch keiner etwas einzuwenden.

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2 Gedanken zu “Hamburg, Hannover, Bielefeld, statt Peine, Pattensen, Paris – Hannoverliebt die runnertobi-Kolumne

  • Farin

    Hallo lieber Runnertobi,
    zuerst, ein guter Beitrag und danke dafür!
    Ich habe auch eine Bitte und zwar, dass soweit es möglich wäre, der gute Tobias Krause bei Podcast immer zur Runde gehört, da er öfters Klartext spricht und das tut dem Gespräch gut.
    Ansonsten, weiterhin alles gute!

    Ein loyaler Zuhörer

  • Klaus Meyer

    Danke für den Kommentar. Endlich hat jemand die Lage richtig erkannt. Hoffentlich erkennen die Verantwortlichen bei 96 die katastrophale, spielerische Leistung seit geraumer Zeit. D. Stendal ist meiner Meinung nach überfordert. Aufstieg – kann ich mir nicht vorstellen .