Karaman: Ewige Verbundenheit durch Derbytreffer


Hannover – Kenan Karaman spult aktuell die besten Leistungen ab, die er bisher im Trikot von Hannover 96 auf den Rasen gebracht hat. Da liegt die Frage nach einer Vertragsverlängerung nahe. Wie stehen Spieler und Verein dazu? Und warum man in Hannover bisher nicht wirklich zufrieden sein kann.

Kenan Karaman hat ein starkes Standing innerhalb des Teams der "Roten" (Foto: Joachim Sielski/Bongarts/Getty Images)

Kenan Karaman hat ein starkes Standing innerhalb des Teams der „Roten“ (Foto: Joachim Sielski/Bongarts/Getty Images)


Videostudium hilft enorm

Kenan Karaman wirkt wie ein Spieler, der sich und sein Standing innerhalb der Mannschaft gefunden hat. In dieser Saison hat er bereits vier Tore erzielt und vier weitere vorbereitet. Und das, obwohl er in der zweiten Liga erst zwei Spiele über 90 Minuten absolvieren dufte. Der Neuen Presse verriet er, was seiner Meinung nach ein wichtiger Lernfaktor für ihn ist – das Videostudium: „Video-Analyst Lars Barlemann stellt uns Bilder zusammen, und ich lasse mir zusätzlich privat nochmal etwas zusammenschneiden. Da sieht man Dinge, die man mitten im Spiel so nicht sieht. Man erkennt, wo man stehen muss, aus welchen Positionen man Tore machen kann. Ich habe dadurch einen viel besseren Überblick.“

Seine aktuelle Entwicklung sieht er sehr reflektiert. Karaman ist sich nicht zu schade dafür, auch mal von der Bank aus zu helfen. Wichtig sei ihm allerdings, dass er sich Standing innerhalb der Mannschaft weiterentwickeln kann und den nächsten Entwicklungsschritt nimmt. „Auch, wenn ich nicht als erste Wahl wahrgenommen werde, will ich meine Leistung bringen. Auch wenn ich aus der zweiten Reihe komme. Ich bin jetzt an dem Punkt angelangt, wo ich sage: Ich muss mehr aus mir rauskommen. Ich möchte auf dem Platz erwachsener wirken und durch meine Erfahrung ein bisschen mehr vorangehen. Trotz meines jungen Alters.“

A-Nationalmannschaft ist das Ziel

Zur persönlichen und sportlichen Entwicklung gehört auch die Karriere in der Nationalmannschaft. Für die türkische Nachwuchs-Nationalteams, für die der 22-Jährige seit 2012 aufgelaufen war, wurde er zuletzt nicht mehr nominiert. Sein Ziel ist jetzt klar: Die Nominierung für die A-Nationalmannschaft: „Ich weiß, dass ich sehr nah dran bin. Das weiß ich durch die Trainer der U 21. Es gab auch ein kurzes Gespräch mit Nationaltrainer Fatih Terim. Die Nominierung würde mir sehr viel bedeuten, weil ich schon mit jungen Jahren bei der U 21 war. Ich weiß aber, dass es schwierig ist, weil viele Spieler bei großen Clubs spielen“, erklärte er. Aber hilft es für solche Vorhaben nicht, wenn man in der obersten Spielklasse spielt? „Nein. Kaan Ayhan ist auch Nationalspieler und spielt in der zweiten Liga in Düsseldorf. Aber natürlich wird die Bundesliga in der Türkei eher wahrgenommen als die zweite Liga“, so Karaman weiter.

Und genau dahin möchte Karaman mit den „Roten“ natürlich auch zurück. Der Weg dahin, ist allerdings noch ein sehr weiter. Auch, weil die Mannschaft ebenso Lernprozesse durchleben muss, wie Karaman selbst: „Wirklich zufrieden können wir nicht sein. Einige Spiele von uns sind eher durchwachsen gelaufen. Wir haben noch keine richtige Konstanz drin. Wir mussten uns erst an die zweite Liga anpassen, aber ich glaube, dass wir jetzt wissen, worauf es ankommt.“ Generell sei für Karaman die zweite Liga sogar schwerer zu spielen, als es im Oberhaus der Fall war: „In der zweiten Liga lassen die Verteidiger einen nicht so schnell los. Da sind immer zwei oder drei Spieler um dich herum. Aber ich arbeite an meiner Konstanz. Ich habe auch an meiner Sprungkraft gearbeitet. Ich habe erst mein erstes Kopfballtor in dieser Saison gemacht und danach noch zwei. Das ist doch schön, wenn das, was du trainierst, auch belohnt wird.“

„Auf ewig verbunden“

Bei den aktuellen Leistungen liegt die Frage nach einer Vertragsverlängerung Karamans natürlich nahe. Bisher habe es erste Vorgespräche diesbezüglich gegeben. Kenan Karaman geht die Sache entspannt an: „Ich habe gute Leute im Rücken und lasse es auf mich zukommen“

Dass der 22-Jährige stolz ist, für Hannover 96 zu spielen, kann man ihm glauben. Er sagt, 96 sei ihm „sehr ans Herz gewachsen. Und in der Türkei sagt man: Wenn man in einem Derby ein Tor für seinen Verein schießt, ist man auf ewig mit seinem Verein verbunden.“

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