2016: Das 96-Jahr als Achterbahnfahrt


Hannover – 2016 ist für Hannover 96 ein Jahr großer Gefühlsschwankungen. Während zum 120-jährigen Vereinsjubiläum der erste Abstieg seit 20 Jahren hingenommen werden muss, überwintern die „Roten“ ein halbes Jahr später in der 2. Bundesliga auf einem direkten Aufstiegsplatz. Zeit zurückzublicken und ein Fazit zu ziehen.

Hatten 2016 ein turbulentes Jahr: Fans von Hannover 96. Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images.


Enttäuschung

Als große Enttäuschung des Jahres 2016 kann zweifelsfrei der Abstieg aus der Bundesliga im Allgemeinen bezeichnet werden. 20 Jahre lang kannte man in Hannover nur den Weg nach oben. Doch plötzlich musste man den schweren Gang in die 2. Bundesliga antreten. Im Speziellen ist allerdings sicher die Bilanz von Thomas Schaaf mit unvorstellbaren zehn Niederlagen in elf Spielen und 4:23 Toren sicher die größte Enttäuschung der jüngeren Vereinsgeschichte.

Hatte eine furchtbare Bilanz als 96-Trainer: Thomas Schaaf. Fotomontage: Tobias Krause, Bildquelle: 96-TV


Anti-Held

Im Zuge der Rückrunde 2015/16 entwickelte sich Hugo Almeida zum regelrechten Anti-Helden. Als absoluter Wunschspieler Schaafs mit großen Erwartungen verpflichtet, entpuppte sich der Stürmer zum großen Transfer-Flop. Im Auftaktspiel noch treffsicher, fiel der Portugiese anschließend durch eine Tätlichkeit und absolut lustlos Auftritte auf. Nachdem Daniel Stendel den Posten des Cheftrainers übernommen hatte, schaffte es Almeida nicht mehr in den Kader. Endgültig zum Anti-Helden wurde der 32-Jährige dann aber nach seinem Wechsel. Von Athen aus trat er gegen seinen Exklub nach und beschwerte sich über seine Ausbootung und angebliches Mobbing seitens der 96-Verantwortlichen.

Blieb bei Hannover 96 völlig glücklos: Hugo Almeida. Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images.

Beste Elf

Kommen wir nun zu den erfreulicheren Momenten des Jahres. Viele Spieler wurden 2016 von den beiden Trainern auf den unterschiedlichsten Positionen eingesetzt. Manche konnten nicht überzeugen. Aber elf Spieler haben sich durchaus in den Vordergrund spielen können und bilden deshalb unsere Top-Elf des Jahres.

Tor: Ron-Robert Zieler
Rechter Verteidiger: Hiroki Sakai
Innenverteidigung: Waldemar Anton und Christian Schulz
Linker Verteidiger: Edgar Prib
Defensives Mittelfeld: Salif Sane und Marvin Bakalorz
Rechtes Mittelfeld: Noah Joel Sarenren Bazee
Linkes Mittelfeld: Felix Klaus
Offensives Mittelfeld: Hiroshi Kiyotake
Sturm: Martin Harnik
Held

Er übernahm eine am Boden liegende Mannschaft. Er sollte nur den Fall ins Bodenlose stoppen und dafür sorgen, dass sich die Hannover 96 mit Anstand aus der Bundesliga verabschiedet. Die Rede ist von Trainer Daniel Stendel. Doch gleich im seinen ersten beiden Spielen holte er bei der Hertha ein 2:2-Unentschieden und siegte zum 120. Geburtstag des Klubs mit 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Außerdem sorgte er durch seine Art Fußballspielen zu lassen und den Einbau junger Talente für einen Stimmungsumschwung sondergleichen. Für einen Absteiger untypisch entfachte er eine richtige Euphorie rund um Hannover 96. Somit entwickelte sich Daniel Stendel zum Helden des Jahres 2016.

Spieler

Das Negativbeispiel haben wir in Form von Hugo Almeida bereits abgehandelt. Besonders positiv sind die dagegen „jungen Wilden“ aufgefallen. Waldemar Anton, Fynn Arkenberg und Noah Joel Sarenren Bazee brachten nicht nur eine Unbekümmertheit auf den Platz, sondern halfen den Fans auch sich wieder mit ihrem Team zu identifizieren. Mit Martin Harnik hat die Mannschaft abseits des Mannschaftsrates einen Chef bekommen, der Auf und auch neben dem Platz nicht mehr wegzudenken ist.

Freut sich spitzbübisch und brachte den Erfolg zurück: „Mr. 96“ Daniel Stendel. Foto: Christian Schroedter/imago

Trainer

Gegensätzlicher könnte die Beurteilung der beiden Trainer des Jahres 2016 nicht ausfallen. Thomas Schaaf wurde als Retter zu Beginn des Jahres verpflichtet. Im April wurde er, krachend gescheitert, wieder entlassen. Daniel Stendel sollte nur als Interimstrainer die völlig vermurkste Saison zu Ende bringen. Doch er tat viel mehr. Er küsste 96 in jeder Hinsicht wach. Nach einer guten ersten Halbserie in Liga 2, kann er sich deshalb getrost als Gegenentwurf im Vergleich zu seinem Vorgänger betrachten.

Moment

Der Moment des Jahres war sicher das 1:0 von Waldemar Anton im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am 15. April. Vor dem Spiel wurde dem 120-jährigen Vereinsjubiläum gedacht. Die Fans hatten dafür extra eine wundervolle Choreographie vorbereitet. Nach Vier Monaten voller Niederlagen und Rückschlägen, wurde plötzlich der vermeintlich übermächtige Gast in die Schranken gewiesen. Der Jubel kannte selbstverständlich keine Grenzen.

Sein Tor brachte das Stadion beim 2:0 über Mönchengladbach am 15. April zum Kochen: Waldemar Anton. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images.

Spiel

Gleichzeitig war der 2:0-Erfolg über Mönchengladbach so auch das Spiel des Jahres. Denn durch diesen Sieg entstand zwischen Fans und Spielern wieder eine Einheit. Die Stimmung im Stadion drehte sich um 180 Grad. So konnte sich 96 auch im ersten Halbjahr in der 2. Liga auf seine Fans verlassen. Knapp 35.000 Zuschauer wollten die acht Heimspiele live im Stadion verfolgen. Das ist ein Kapital, mit dem die „Roten“ auch im neuen Jahr 2017 wuchern können. So kann gemeinsam das große Ziel, der Wiederaufstieg, erreicht werden.

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